CBD bei Migräne

Cannabidiol (CBD) wird immer öfter als mögliche Option bei Migräne diskutiert. Aber es muss noch genauer wissenschaftlich getrennt werden zwischen CBD-spezifischer Evidenz und Studien zu THC-haltigem Cannabis. Wenn man sich die Pathophysiologie anschaut, ist Migräne eine neurovaskuläre Erkrankung. Dabei spielen das trigeminovaskuläre System, neurogene Entzündungen und Mediatoren wie CGRP eine zentrale Rolle. Mechanistische Arbeiten zeigen, dass das Endocannabinoid-System (ECS) wohl an der Schmerzmodulation beteiligt ist. Man kann also nicht automatisch davon ausgehen, dass CBD auch klinisch wirkt. In der aktuell stärksten kontrollierten klinischen Evidenz innerhalb der vorliegenden Literatur zeigt sich, dass eine THC+CBD-Kombination in der Akutbehandlung besser ist als Placebo, während ein CBD-dominantes Präparat die zentralen 2-Stunden-Endpunkte nicht signifikant verbessert. Beobachtungsdaten (Klinik- und Real-World-Daten) zeigen oft, dass die Migränehäufigkeit sinkt und die Schmerzwerte nach Cannabisgebrauch niedriger sind. Aber weil die Produkte unterschiedlich sind, die Leute sie selbst bewerten und es keine Kontrolle gibt, kann man die Ergebnisse nur begrenzt deuten. Die aktuelle Forschung zeigt, dass THC-haltige oder kombinierte Cannabinoidansätze in der Akuttherapie besser wirken. Für CBD allein gibt es noch keine starken, standardisierten Langzeitdaten, vor allem bei oraler Einnahme.
Philip Schmiedhofer, MSc

Autor

Philip Schmiedhofer, MSc

Inhaltsverzeichnis

Was ist Migräne und welche Mechanismen lösen Migräneattacken aus?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende Kopfschmerzattacken äußert und häufig mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie neurologischen Störungen einhergeht.

Welche Rolle spielt das Endocannabinoid-System bei Migräne?

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes regulatorisches Netzwerk, das zahlreiche physiologische Prozesse, darunter die Schmerzverarbeitung, Entzündungsreaktionen und die neuronale Signalübertragung, beeinflusst.

Was ist CBD und wie unterscheidet es sich von THC?

Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) zählen zu den bekanntesten Phytocannabinoiden der Cannabispflanze.

Wie könnte CBD theoretisch bei Migräne wirken?

In der Forschung wird CBD als potenziell interessanter Wirkstoff bei Migräne diskutiert, da mehrere seiner pharmakologischen Eigenschaften theoretisch Prozesse beeinflussen könnten, die an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt sind.

Welche Studien untersuchen Cannabinoide bei Migräne?

Die wissenschaftliche Forschung zu Cannabinoiden bei Migräne umfasst verschiedene Studientypen, darunter retrospektive klinische Analysen, Real-World-Daten und Registerstudien.

Welche Nebenwirkungen und Risiken können bei der Anwendung von Cannabinoiden auftreten?

Cannabinoide wie CBD und THC werden in der medizinischen Forschung zunehmend untersucht, dennoch können bei ihrer Anwendung Nebenwirkungen und unerwünschte Effekte auftreten.

Kann CBD Migräne lindern und wie bewerten Forschende die aktuelle Studienlage?

Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass Cannabinoide möglicherweise eine Rolle bei der Behandlung von Migräne spielen könnten.

Welche Forschungslücken bestehen derzeit bei CBD und Migräne?

Obwohl Cannabinoide zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind, gibt es in der Forschung zu CBD und Migräne weiterhin mehrere wichtige Wissenslücken.

Welches Fazit lässt sich aus der aktuellen Forschung zu CBD bei Migräne ziehen?

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass das Endocannabinoid-System eine Rolle bei der Regulation von Schmerzprozessen spielen könnte, die auch bei Migräne eine Rolle spielen.

Was ist Migräne und welche Mechanismen lösen Migräneattacken aus?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende Kopfschmerzattacken äußert und häufig mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie neurologischen Störungen einhergeht. Weltweit sind mehrere hundert Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen, die laut epidemiologischen Studien zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Einschränkungen im Alltag gehört. Migräneattacken entstehen nicht durch eine einzelne Ursache, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel aus neuronalen, vaskulären und entzündlichen Mechanismen.

CBD bei_Migraene Symptome

Welche Rolle spielt das trigeminovaskuläre System bei Migräne?

Bei der Entstehung von Migräne spielt das sogenannte trigeminovaskuläre System eine zentrale Rolle. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk aus Nervenfasern des Trigeminusnervs und den Blutgefäßen der Hirnhäute. Wird dieses System aktiviert, setzen trigeminale Nervenzellen verschiedene Botenstoffe frei, welche Entzündungsprozesse und Schmerzsignale auslösen können. Die Aktivierung dieser Signalwege führt dazu, dass Schmerzimpulse aus den Hirnhäuten an das Gehirn weitergeleitet werden, wo sie als typische Migränekopfschmerzen wahrgenommen werden. Ein wichtiger Bestandteil dieser Signalübertragung ist das Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP). Dieses Molekül wird während der Migräneattacken verstärkt freigesetzt und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße sowie zu entzündlichen Reaktionen in den Hirnhäuten. Die zentrale Bedeutung von CGRP wird dadurch bestätigt, dass moderne Migränetherapien gezielt auf diesen Signalweg abzielen.

Wie entstehen neurogene Entzündungen und welche Bedeutung hat CGRP?

Neben der Aktivierung des trigeminovaskulären Systems spielen neurogene Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle. Dabei setzen die aktivierten Nervenzellen entzündungsfördernde Botenstoffe frei. Diese führen zu einer verstärkten Durchblutung der Hirnhäute und zu einer Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren. Diese Prozesse können dazu beitragen, dass Migräneattacken länger andauern oder intensiver wahrgenommen werden. Während einer Migräneattacke kommt es außerdem häufig zu Veränderungen in der Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn. Bestimmte für die Schmerzverarbeitung verantwortliche Hirnregionen reagieren empfindlicher auf Reize. Dieser Prozess wird als zentrale Sensibilisierung bezeichnet und kann erklären, warum Migränepatientinnen und -patienten während einer Attacke besonders empfindlich auf Licht, Geräusche oder Gerüche reagieren.

Warum kann sich Migräne zu einer chronischen Erkrankung entwickeln?

Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich Migräne im Laufe der Zeit zu einer chronischen Erkrankung. Von chronischer Migräne spricht man, wenn an mindestens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, von denen einige die typischen Merkmale einer Migräne aufweisen. Als mögliche Ursachen für die Entwicklung einer chronischen Migräne werden verschiedene Faktoren diskutiert, darunter genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse, Stress sowie eine langfristige Sensibilisierung von Schmerznetzwerken im Gehirn. In den letzten Jahren hat die Forschung zudem gezeigt, dass auch das Endocannabinoid-System eine Rolle bei der Regulation von Schmerzprozessen spielen könnte. Veränderungen in diesem System werden als möglicher Faktor bei verschiedenen chronischen Schmerzsyndromen, darunter auch Migräne, diskutiert. Diese Erkenntnisse haben das Interesse an Cannabinoiden wie CBD als potenziellen therapeutischen Ansatz verstärkt.

Welche Rolle spielt das Endocannabinoid-System bei Migräne?

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes regulatorisches Netzwerk, das zahlreiche physiologische Prozesse, darunter die Schmerzverarbeitung, Entzündungsreaktionen und die neuronale Signalübertragung, beeinflusst. In den letzten Jahren hat die Forschung zunehmend Hinweise darauf gefunden, dass dieses System auch bei der Entstehung und Modulation von Migräne eine wichtige Rolle spielt.

Was sind CB1- und CB2-Rezeptoren und wo kommen sie im Körper vor?

Das Endocannabinoid-System besteht vorwiegend aus Cannabinoid-Rezeptoren, endogenen Liganden und Enzymen, welche diese Botenstoffe synthetisieren und abbauen. Von besonderer Relevanz sind dabei die Rezeptoren CB1 und CB2. CB1-Rezeptoren kommen vor allem im zentralen Nervensystem vor. Sie befinden sich in zahlreichen Hirnregionen, die an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind, darunter der Hirnstamm, der Thalamus und kortikale Schmerznetzwerke. Durch ihre Aktivierung können CB1-Rezeptoren die Freisetzung verschiedener Neurotransmitter, darunter Glutamat, GABA, Dopamin und Serotonin, beeinflussen. Diese Modulation der neuronalen Signalübertragung kann die Wahrnehmung und Weiterleitung von Schmerzsignalen verändern.

Welche Funktionen haben die Endocannabinoide Anandamid und 2-AG?

Neben den Rezeptoren umfasst das Endocannabinoid-System auch körpereigene Botenstoffe, die als Endocannabinoide bezeichnet werden. Die wichtigsten sind Anandamid (AEA) und 2-Arachidonylglycerol (2-AG). Diese Moleküle werden bei Bedarf im Körper gebildet und wirken als natürliche Liganden der Cannabinoid-Rezeptoren. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation von Schmerz, Stimmung, Appetit und Stressreaktionen. Nach ihrer Freisetzung werden sie durch spezifische Enzyme wie FAAH oder MAGL wieder abgebaut. Studien legen nahe, dass Veränderungen der Konzentration dieser endogenen Cannabinoide die Schmerzverarbeitung beeinflussen können.

Was bedeutet die Hypothese der klinischen Endocannabinoid-Defizienz?

Einige Forschende haben die Hypothese aufgestellt, dass bestimmte chronische Erkrankungen möglicherweise mit einer Dysregulation des Endocannabinoid-Systems zusammenhängen. Diese Theorie wird als Hypothese der klinischen Endocannabinoid-Defizienz bezeichnet. Demnach könnten zu geringe Konzentrationen endogener Cannabinoide dazu führen, dass schmerzmodulierende Mechanismen im Nervensystem weniger effektiv arbeiten. Tatsächlich wurden in einigen Studien bei Migränepatientinnen und -patienten veränderte Konzentrationen von Endocannabinoiden im zentralen Nervensystem beobachtet. Solche Veränderungen könnten dazu beitragen, dass das trigeminovaskuläre System leichter aktiviert wird und Migräneattacken entstehen. Diese Erkenntnisse liefern eine mögliche biologische Erklärung dafür, warum Cannabinoide in der Forschung als potenzieller therapeutischer Ansatz bei Migräne diskutiert werden. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Zusammenhänge noch nicht vollständig geklärt sind und weitere klinische Studien erforderlich sind.

CBD bei_Migraene Evidenz und Wirkpfad

Was ist CBD und wie unterscheidet es sich von THC?

Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) zählen zu den bekanntesten Phytocannabinoiden der Cannabispflanze. Obwohl sie aus derselben Pflanze stammen und strukturell verwandt sind, unterscheiden sie sich deutlich in ihren pharmakologischen Eigenschaften, Wirkmechanismen und klinischen Effekten. Diese Unterschiede sind besonders wichtig bei der Interpretation von Studien zur Wirkung von Cannabinoiden bei Migräne.

Warum wirkt THC psychoaktiv, CBD jedoch nicht?

Der wichtigste Unterschied zwischen THC und CBD liegt in ihrer Wirkung auf das zentrale Nervensystem. THC ist psychoaktiv, da es als partieller Agonist am Cannabinoid-Rezeptor CB1 wirkt. Dieser Rezeptor ist im Gehirn weit verbreitet und beeinflusst verschiedene Funktionen wie Wahrnehmung, Stimmung, Gedächtnis und Schmerzverarbeitung. Durch die Aktivierung von CB1-Rezeptoren kann THC Bewusstseinsveränderungen, Euphorie oder kognitive Effekte hervorrufen. Im Gegensatz dazu besitzt CBD keine ausgeprägte psychoaktive Wirkung. Es bindet nur schwach an CB1-Rezeptoren und wirkt stattdessen über eine Vielzahl indirekter Mechanismen auf verschiedene molekulare Zielstrukturen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Ionenkanäle, Serotoninrezeptoren sowie Enzyme, die am Abbau endogener Cannabinoide beteiligt sind. Aufgrund dieses unterschiedlichen Wirkprofils wird CBD häufig als nichtintoxikierendes Cannabinoid bezeichnet.

Wie unterscheiden sich CBD und THC in ihrer Wirkung auf Cannabinoid-Rezeptoren?

THC entfaltet seine pharmakologische Wirkung vorwiegend durch die direkte Aktivierung von CB1- und CB2-Rezeptoren. Dadurch kann THC die Freisetzung verschiedener Neurotransmitter beeinflussen und sowohl schmerzlindernde als auch psychoaktive Effekte auslösen. CBD wirkt hingegen überwiegend indirekt auf das Endocannabinoid-System. So kann es beispielsweise Enzyme hemmen, die für den Abbau endogener Cannabinoide verantwortlich sind. Dadurch erhöht sich die Konzentration dieser körpereigenen Botenstoffe. Darüber hinaus beeinflusst CBD auch andere Rezeptorsysteme, darunter serotonerge Signalwege, die an der Regulation von Stimmung und Schmerz beteiligt sind. Aufgrund dieser unterschiedlichen Wirkmechanismen können CBD und THC in der Forschung teilweise komplementäre Effekte zeigen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen CBD und THC in der Migräneforschung wichtig?

Eine klare Unterscheidung zwischen CBD und THC ist entscheidend, da der Großteil der vorhandenen Studien zur Behandlung von Migräne Cannabisprodukte mit variierenden Anteilen von THC und CBD untersucht. In vielen Fällen lassen sich die beobachteten Effekte daher nicht eindeutig einem einzelnen Cannabinoid zuordnen. Einige klinische Studien deuten jedoch darauf hin, dass Kombinationen aus THC und CBD bei der Behandlung von Migräne wirksam sein könnten. Gleichzeitig zeigen kontrollierte Untersuchungen, dass CBD-dominante Präparate allein bislang keine eindeutigen Effekte auf akute Migräneschmerzen nachweisen konnten. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Wirkung von Cannabinoiden stark von der genauen Zusammensetzung der Präparate, der Dosierung und der Anwendungsform abhängt. Für eine wissenschaftlich fundierte Bewertung ist es daher wichtig, Studien zu Cannabinoiden sorgfältig zu analysieren und zwischen CBD-spezifischen Daten und Ergebnissen aus THC-haltigen Cannabispräparaten zu unterscheiden.

Wie könnte CBD theoretisch bei Migräne wirken?

In der Forschung wird CBD als potenziell interessanter Wirkstoff bei Migräne diskutiert, da mehrere seiner pharmakologischen Eigenschaften theoretisch Prozesse beeinflussen könnten, die an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt sind. Dazu gehören insbesondere die Mechanismen der Schmerzmodulation, der Entzündungsregulation und der neuronalen Signalübertragung. Allerdings stammen viele dieser Erkenntnisse bislang aus experimentellen oder präklinischen Studien, sodass ihre klinische Bedeutung noch nicht vollständig geklärt ist.

Wie beeinflusst CBD Schmerzrezeptoren im Nervensystem?

Ein möglicher Wirkmechanismus von CBD ist seine Wirkung auf Ionenkanäle und Schmerzrezeptoren, die an der Weiterleitung von Schmerzsignalen beteiligt sind. Von besonderer Relevanz sind hierbei die sogenannten TRP-Kanäle (Transient Receptor Potential), die eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Schmerz und Temperatur spielen. CBD kann den Rezeptor TRPV1 beeinflussen, der auch als Capsaicin-Rezeptor bekannt ist. Dieser Rezeptor ist an der Regulation nozizeptiver Signalwege beteiligt und kommt sowohl im peripheren Nervensystem als auch im Gehirn vor. Durch die Modulation dieser Rezeptoren könnte CBD theoretisch die Aktivität von Schmerzfasern verändern und somit die Weiterleitung von Schmerzsignalen beeinflussen. Darüber hinaus wird diskutiert, dass CBD die Aktivität bestimmter serotonerger Rezeptoren, insbesondere des 5-HT1A-Rezeptors, indirekt modulieren könnte. Serotonin spielt eine zentrale Rolle in der Migränepathophysiologie, was auch durch die Wirksamkeit von Triptanen belegt wird, die gezielt serotonerge Signalwege beeinflussen.

Welche entzündungshemmenden Eigenschaften besitzt CBD?

Migräneattacken gehen häufig mit entzündungsähnlichen Prozessen im trigeminovaskulären System einher. Aktivierte Nervenzellen setzen verschiedene neuropeptiderge Botenstoffe frei, welche eine Erweiterung der Blutgefäße sowie entzündliche Reaktionen in den Hirnhäuten auslösen können. In experimentellen Studien wird CBD eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. So kann es unter anderem die Freisetzung bestimmter entzündungsfördernder Zytokine modulieren und die Aktivität von Immunzellen beeinflussen. Diese Effekte könnten theoretisch dazu beitragen, die an der Entstehung von Migräneattacken beteiligten entzündlichen Prozesse zu reduzieren.

Wie interagiert CBD mit dem Endocannabinoid-System?

Obwohl CBD selbst nur eine geringe direkte Bindungsaffinität zu CB1- und CB2-Rezeptoren besitzt, kann es das Endocannabinoid-System indirekt modulieren. Ein möglicher Mechanismus besteht darin, dass CBD Enzyme hemmt, die für den Abbau endogener Cannabinoide verantwortlich sind.

Ein Beispiel dafür ist das Enzym FAAH (Fatty Acid Amide Hydrolase), welches das Endocannabinoid Anandamid abbaut. Wird dieser Abbau gehemmt, kann die Konzentration von Anandamid im Nervensystem ansteigen. Da Anandamid eine wichtige Rolle bei der Regulation von Schmerzprozessen spielt, könnte eine solche Erhöhung theoretisch zu einer stärkeren Aktivierung der körpereigenen schmerzmodulierenden Systeme führen. Zusammenfassend zeigen experimentelle Studien mehrere mögliche Mechanismen, durch die CBD Prozesse beeinflussen könnte, die bei Migräne eine Rolle spielen. Dazu gehören Effekte auf Schmerzrezeptoren, entzündliche Signalwege und das Endocannabinoid-System. Diese Mechanismen liefern eine plausible biologische Grundlage für die Erforschung von CBD als potenziellen therapeutischen Ansatz. Gleichzeitig ist jedoch wichtig zu betonen, dass biologische Plausibilität nicht automatisch klinische Wirksamkeit bedeutet. Um die tatsächliche therapeutische Bedeutung von CBD bei Migräne zu beurteilen, sind kontrollierte klinische Studien erforderlich. Genau diese Studienlage wird im nächsten Abschnitt näher betrachtet.

Welche Studien untersuchen Cannabinoide bei Migräne?

Die wissenschaftliche Forschung zu Cannabinoiden bei Migräne umfasst verschiedene Studientypen, darunter retrospektive klinische Analysen, Real-World-Daten und Registerstudien. Ein zentrales methodisches Problem ist, dass viele Studien Cannabisprodukte mit unterschiedlichen THC- und CBD-Anteilen untersuchen. Dadurch lässt sich die Wirkung einzelner Cannabinoide nicht immer eindeutig bestimmen.

Studie

Jahr

Studientyp

Population

Intervention

Wichtigste Ergebnisse

Bedeutung für CBD

Rhyne et al.

2016

Retrospektive klinische Studie

121 Migränepatient:innen

medizinisches Cannabis (verschiedene Formen)

Migränefrequenz sank von 10,4 auf 4,6 Attacken pro Monat

Keine CBD-spezifische Aussage möglich

Cuttler et al.

2020

Real-World-Datenanalyse (App-Daten)

>7.000 Migränebehandlungen

inhalatives Cannabis

durchschnittliche Schmerzreduktion etwa 50 %

THC/CBD nicht standardisiert

Baron et al.

2018

Registerstudie

2.032 medizinische Cannabispatient:innen

verschiedene Cannabisstrains

24,9 % nutzten Cannabis gegen Kopfschmerzen; 88 % erfüllten Migränekriterien

THC-dominante Produkte häufiger genutzt

Schuster et al.

2024

Randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie

Erwachsene mit Migräne

THC-dominant, CBD-dominant, THC+CBD, Placebo

THC+CBD wirksam; CBD-dominant nicht signifikant

wichtigste kontrollierte Evidenz

Chhabra et al.

2024

Klinisches Studienprotokoll

Jugendliche mit chronischer Migräne

CBD-reicher Extrakt (THC:CBD 1:25)

untersucht Sicherheit und mögliche Effekte

Ergebnisse noch ausstehend

Greco et al.

2018

Mechanistischer Review

Endocannabinoid-System

ECS spielt Rolle bei Migränepathophysiologie

liefert biologische Plausibilität

Tassorelli et al.

2019

Translationaler Review

ECS und Migräne

mögliche Endocannabinoid-Dysregulation

indirekte Relevanz

Welche Ergebnisse zeigen Beobachtungsstudien zu medizinischem Cannabis bei Migräne?

Beobachtungsstudien liefern erste Hinweise darauf, dass medizinisches Cannabis die Häufigkeit von Migräneattacken beeinflussen könnte. So sank beispielsweise in einer retrospektiven klinischen Analyse die durchschnittliche Zahl der monatlichen Migräneattacken von 10,4 auf 4,6 pro Monat. Mehr als 85 % der untersuchten Personen berichteten von einer Verringerung der Attackenfrequenz während der Anwendung von medizinischem Cannabis. Diese Ergebnisse deuten auf einen möglichen therapeutischen Effekt hin. Allerdings handelt es sich um eine retrospektive Untersuchung ohne Kontrollgruppe, sodass Faktoren wie Placeboeffekte oder Unterschiede in den verwendeten Cannabisprodukten nicht ausgeschlossen werden können.

Was zeigen Real-World-Daten aus Cannabis-Tracking-Apps über Migränesymptome?

Bei Real-World-Studien werden Daten aus dem Alltag von Patientinnen und Patienten, die medizinisches Cannabis verwenden, analysiert. In einer Analyse von Daten aus einer Cannabis-Tracking-App wurden beispielsweise mehr als 7.000 Migränebehandlungen ausgewertet. Nach der Anwendung von inhalativem Cannabis berichteten die Nutzerinnen und Nutzer von einer durchschnittlichen Reduktion der Schmerzintensität um etwa 50 %. Die Studie zeigte außerdem, dass verschiedene Faktoren den wahrgenommenen Effekt beeinflussen können. So wurden beispielsweise bei der Verwendung von Cannabis-Konzentraten teilweise stärkere Effekte beobachtet als bei Blüten. Gleichzeitig fanden die Forschenden Hinweise darauf, dass sich bei langfristiger Anwendung eine Toleranz entwickeln könnte.

Welche Erkenntnisse liefern Registerstudien zur Nutzung von Cannabis bei Migräne?

Register- und Befragungsstudien geben Einblick in das Nutzungsverhalten von Patientinnen und Patienten. In einer großen Studie mit mehr als 2.000 medizinischen Cannabispatienten gaben rund ein Viertel der Teilnehmenden an, Cannabis zur Behandlung von Kopfschmerzen oder Migräne zu verwenden. Mithilfe eines standardisierten Migräne-Screenings wurde geschätzt, dass etwa 88 % dieser Personen wahrscheinlich an Migräne leiden. Die Studie zeigte außerdem, dass viele Patientinnen und Patienten THC-reiche Cannabisprofile bevorzugten, während CBD-reiche Präparate seltener gewählt wurden. Diese Beobachtung könnte darauf hindeuten, dass bestimmte Cannabinoidkombinationen bei Migräne subjektiv als wirksamer wahrgenommen werden.

Was zeigen wissenschaftliche Studien speziell zu CBD bei Migräne?

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung von CBD allein bei Migräne ist bislang begrenzt. Während zahlreiche Studien die Wirkung von Cannabis oder THC-haltigen Cannabinoidpräparaten untersuchen, gibt es nur wenige kontrollierte Untersuchungen, die sich isoliert mit CBD-dominanten Präparaten befassen. Daher ist es wichtig, die Ergebnisse von Cannabisstudien nicht automatisch auf CBD zu übertragen.

Welche Ergebnisse liefern randomisierte Studien zu CBD-dominanten Präparaten?

Die bislang wichtigste kontrollierte Untersuchung ist eine randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie, in der verschiedene inhalative Cannabinoid-Formulierungen bei akuten Migräneattacken getestet wurden. Dabei wurden vier unterschiedliche Präparate miteinander verglichen: ein THC-dominantes, ein CBD-dominantes Produkt sowie eine Kombination aus THC und CBD und ein Placebo. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination aus THC und CBD bei mehreren Endpunkten signifikant wirksamer war als das Placebo. Dazu gehörten unter anderem die Schmerzreduktion zwei Stunden nach der Behandlung sowie die vollständige Schmerzfreiheit bei einem Teil der behandelten Personen. Das CBD-dominante Präparat zeigte hingegen in dieser Studie keine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo bei den wichtigsten primären Endpunkten. Dies deutet darauf hin, dass CBD allein möglicherweise nicht denselben therapeutischen Effekt auf akute Migräneschmerzen hat wie bestimmte Cannabinoidkombinationen.

Warum könnten Kombinationen aus THC und CBD wirksamer sein als CBD allein?

Ein möglicher Grund für die beobachteten Unterschiede könnten die unterschiedlichen Wirkmechanismen der Cannabinoide sein. THC aktiviert direkt CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, die eine wichtige Rolle bei der Modulation von Schmerzsignalen spielen. CBD wirkt dagegen eher indirekt auf das Endocannabinoid-System und beeinflusst zusätzlich andere molekulare Zielstrukturen. Einige Forschende diskutieren daher den sogenannten Entourage-Effekt, bei dem mehrere Cannabinoide gemeinsam stärkere pharmakologische Effekte entfalten können als einzelne Substanzen allein. Allerdings ist diese Hypothese wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt.

Welche klinischen Studien zu CBD bei Migräne laufen derzeit?

Da die derzeitige Evidenzlage begrenzt ist, untersuchen aktuell mehrere Forschungsgruppen die Wirkung von CBD-reichen Extrakten bei Migräne. In einer klinischen Studie wird beispielsweise ein Präparat mit einem hohen CBD-Anteil und einem sehr niedrigen THC-Gehalt bei Jugendlichen mit chronischer Migräne getestet. Das Ziel dieser Untersuchung besteht vor allem darin, die Sicherheit und Verträglichkeit des Präparats sowie mögliche Effekte auf die Häufigkeit von Migräneattacken zu analysieren. Die Ergebnisse dieser und ähnlicher Studien werden entscheidend dafür sein, ob CBD künftig eine Rolle in der Migränetherapie spielen könnte. 

Welche Nebenwirkungen und Risiken können bei der Anwendung von Cannabinoiden auftreten?

Cannabinoide wie CBD und THC werden in der medizinischen Forschung zunehmend untersucht, dennoch können bei ihrer Anwendung Nebenwirkungen und unerwünschte Effekte auftreten. Diese hängen unter anderem von der Dosierung, der Zusammensetzung des Präparats, der Anwendungsform sowie individuellen Faktoren der Patientinnen und Patienten ab. Während THC aufgrund seiner psychoaktiven Eigenschaften häufiger mit zentralnervösen Nebenwirkungen verbunden ist, gilt CBD im Allgemeinen als besser verträglich. Dennoch können auch bei CBD bestimmte unerwünschte Effekte auftreten.

Welche akuten Nebenwirkungen wurden in Studien beobachtet?

In klinischen Studien zu Cannabinoiden berichten Teilnehmende gelegentlich über vorübergehende Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit oder Veränderungen der Konzentrationsfähigkeit. Diese Effekte treten häufiger bei Präparaten auf, die THC enthalten, da THC direkt auf CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem wirkt. Bei CBD werden Nebenwirkungen dagegen seltener beschrieben. In einigen Untersuchungen wurden jedoch Symptome wie Müdigkeit, Durchfall oder Veränderungen des Appetits beobachtet. Solche Effekte treten meist bei höheren Dosierungen auf und sind häufig reversibel.

Kann sich bei langfristiger Anwendung eine Toleranz entwickeln?

Ein weiterer diskutierter Aspekt in Studien ist die mögliche Toleranzentwicklung bei langfristiger Nutzung von Cannabinoiden. Real-World-Daten aus Studien zur Cannabisanwendung deuten darauf hin, dass der Körper sich bei wiederholtem Gebrauch möglicherweise anpasst, wodurch der wahrgenommene Effekt mit der Zeit nachlässt. Eine solche Toleranzentwicklung wird vor allem bei THC-haltigen Präparaten beschrieben. Für CBD allein liegen bislang nur begrenzte Daten zur langfristigen Anwendung vor.

Welche Wechselwirkungen mit Migränemedikamenten sind möglich?

Cannabinoide können außerdem mit anderen Medikamenten interagieren. So wird CBD beispielsweise über Enzymsysteme in der Leber metabolisiert, die auch für den Abbau vieler anderer Arzneimittel verantwortlich sind. Dadurch besteht theoretisch die Möglichkeit, dass CBD die Konzentration bestimmter Medikamente im Blut beeinflusst. Dies könnte insbesondere für Migränepatientinnen und -patienten relevant sein, die gleichzeitig Medikamente wie Triptane, Antiepileptika oder bestimmte Antidepressiva einnehmen. Da die Datenlage zu solchen Wechselwirkungen noch begrenzt ist, empfehlen Fachleute in der Regel, Cannabinoide nur nach ärztlicher Rücksprache in bestehende Therapiepläne zu integrieren. Zusammenfassend zeigen Studien, dass Cannabinoide unterschiedliche Nebenwirkungen verursachen können. THC-haltige Präparate sind dabei häufiger mit zentralnervösen Effekten verbunden als CBD. Für CBD allein wird im Allgemeinen ein günstigeres Sicherheitsprofil beschrieben. Insbesondere zur langfristigen Anwendung bei Migräne sind jedoch noch weitere Studien erforderlich.

Kann CBD Migräne lindern und wie bewerten Forschende die aktuelle Studienlage?

Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass Cannabinoide möglicherweise eine Rolle bei der Behandlung von Migräne spielen könnten. Die spezifische Evidenz für die Wirkung von CBD allein ist jedoch bislang begrenzt. Zahlreiche Beobachtungsstudien und Real-World-Daten berichten zwar von positiven Effekten von Cannabis bei Migräne, kontrollierte klinische Studien zeigen jedoch, dass die therapeutischen Effekte häufig mit THC-haltigen Präparaten oder Kombinationen aus THC und CBD verbunden sind. Beobachtungsstudien liefern erste Hinweise darauf, dass Cannabinoide die Häufigkeit oder Intensität von Migräneattacken beeinflussen könnten. In klinischen Analysen berichteten viele Patientinnen und Patienten von einer deutlichen Verringerung ihrer monatlichen Migräneattacken während der Anwendung von medizinischem Cannabis. 

Gleichzeitig zeigen Real-World-Daten aus Anwendungen zur Dokumentation des Cannabisgebrauchs, dass Nutzerinnen und Nutzer nach der Anwendung häufig eine spürbare Reduktion der Schmerzintensität wahrnehmen. Diese Ergebnisse müssen jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, da solche Studien meist keine Kontrollgruppen, standardisierte Dosierungen oder einheitliche Cannabinoidprofile enthalten. Randomisierte, kontrollierte Studien gelten als der wichtigste wissenschaftliche Maßstab für die Bewertung einer Therapie. In einer solchen Untersuchung wurden verschiedene inhalative Cannabinoidpräparate bei akuten Migräneattacken getestet. Dabei zeigte sich, dass eine Kombination aus THC und CBD in mehreren klinischen Endpunkten wirksamer war als Placebo. Das CBD-dominante Präparat konnte in dieser Studie hingegen keine signifikante Verbesserung der wichtigsten Endpunkte nachweisen. 

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass mögliche therapeutische Effekte von Cannabinoiden bei Migräne zumindest teilweise auf THC oder die Kombination mehrerer Cannabinoide zurückzuführen sein könnten. Für CBD allein liegen bislang nur wenige kontrollierte klinische Daten vor.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Cannabinoide in der Migräneforschung zunehmend untersucht werden und mehrere Studien auf mögliche positive Effekte hinweisen. Gleichzeitig ist die klinische Evidenz speziell für CBD bei Migräne derzeit begrenzt, sodass weitere randomisierte Studien notwendig sind, um die tatsächliche therapeutische Bedeutung besser beurteilen zu können.

Welche Forschungslücken bestehen derzeit bei CBD und Migräne?

Obwohl Cannabinoide zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind, gibt es in der Forschung zu CBD und Migräne weiterhin mehrere wichtige Wissenslücken. Diese betreffen insbesondere die Dosierung, die langfristige Anwendung und die genaue Rolle von CBD im Vergleich zu anderen Cannabinoiden.

Warum sind standardisierte CBD-Dosierungen in Studien wichtig?

Ein wesentliches Problem vieler bisheriger Studien ist, dass die verwendeten Präparate nicht standardisiert sind. In Beobachtungsstudien werden häufig Cannabisprodukte mit unterschiedlichen Konzentrationen von THC und CBD eingesetzt. Dadurch ist es schwierig zu bestimmen, welcher Wirkstoff tatsächlich für die beobachteten Effekte verantwortlich ist. Für zukünftige klinische Studien ist es daher entscheidend, klar definierte CBD-Dosierungen und standardisierte Präparate zu verwenden. Nur so kann untersucht werden, ob CBD allein eine messbare Wirkung auf Migräneattacken hat.

Warum werden langfristige klinische Studien benötigt?

Migräne ist oft eine chronische Erkrankung, die über viele Jahre hinweg bestehen kann. Daher ist es wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen mögliche Therapien bei langfristiger Anwendung haben. Der Fokus vieler bisher verfügbarer Studien liegt jedoch auf kurzfristigen Effekten oder der Analyse retrospektiver Daten aus der klinischen Praxis. Langfristige, randomisierte Studien könnten wichtige Informationen darüber liefern, ob CBD die Häufigkeit von Migräneattacken möglicherweise reduzieren oder die Krankheitsprogression beeinflussen kann.

Wie könnte CBD künftig in die Migränetherapie integriert werden?

Zukünftige Studien könnten klären, ob CBD als ergänzende Therapieoption bei Migräne eingesetzt werden kann. Denkbar wäre eine Anwendung in Kombination mit etablierten Migränemedikamenten oder als Bestandteil bestimmter Cannabinoid-Formulierungen. Um diese Fragen zu beantworten, sind jedoch zunächst weitere gut konzipierte klinische Studien erforderlich, die die Wirksamkeit und Sicherheit von CBD bei Migräne systematisch untersuchen.

Welches Fazit lässt sich aus der aktuellen Forschung zu CBD bei Migräne ziehen?

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass das Endocannabinoid-System eine Rolle bei der Regulation von Schmerzprozessen spielen könnte, die auch bei Migräne eine Rolle spielen. Diese Erkenntnisse liefern eine plausible biologische Grundlage für die Untersuchung von Cannabinoiden als mögliche Therapieoption. Beobachtungsstudien und Real-World-Daten berichten häufig von positiven Erfahrungen von Patientinnen und Patienten mit medizinischem Cannabis. Gleichzeitig zeigen kontrollierte klinische Studien, dass THC-haltige oder kombinierte Cannabinoidpräparate bisher stärker untersucht wurden als CBD allein.

Für CBD-dominante Präparate liegen derzeit nur wenige hochwertige klinische Daten vor und bisherige Studien konnten keine eindeutige Wirksamkeit bei akuten Migräneattacken nachweisen. Daher ist weitere Forschung notwendig, um die mögliche Rolle von CBD bei Migräne besser zu verstehen. Insgesamt bleibt CBD ein interessanter, aber noch nicht ausreichend erforschter Ansatz in der Migränetherapie. Zukünftige klinische Studien werden entscheidend sein, um zu klären, ob und unter welchen Bedingungen CBD einen therapeutischen Nutzen für Migränepatientinnen und -patienten bieten könnte.

Quellen

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Philip Schmiedhofer, MSc

Philip Schmiedhofer, MSc

Philip ist Geschäftsführer und Mitgründer der cannhelp GmbH. Mit einem Studium der Medizintechnik und Molekularbiologie, spezialisiert auf Neurowissenschaften und dem Fokus auf Cannabinoide, gilt er als anerkannter Experte für die Anwendung von Cannabinoiden in der Medizin. Als Medizinprodukteberater leitet er auch den Vertrieb von cannmedic und bietet spezialisierte Beratung für medizinische Fachkreise. Seine Expertise umfasst die Entwicklung und den Vertrieb von Cannabinoid-basierten Produkten. Im Bereich Forschung beteiligt er sich an bedeutender Grundlagenforschung am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien. Als Mitgründer und aktueller Geschäftsführer der cannmedic GmbH, einem Vorreiter im CBD-Medizinproduktehandel, verfügt er über langjährige unternehmerische Erfahrung. Darüber hinaus unterhält er ein weitreichendes Netzwerk in der Branche und berät international agierende Unternehmen im Bereich medizinischer Cannabinoide.