Hämorrhoiden und Sexualität

Hämorrhoiden sind eine häufige Erkrankung des Analbereichs und können Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz, Nässen oder Druckgefühl verursachen. Viele Betroffene fragen sich, ob Geschlechtsverkehr trotz Hämorrhoiden möglich ist und welche Auswirkungen die Beschwerden auf Intimität, Libido und Partnerschaft haben. Medizinisch gesehen beeinflussen Hämorrhoiden weder Hormone noch die sexuelle Funktion direkt. Einschränkungen entstehen meist indirekt durch Schmerzen, Unsicherheit oder Schamgefühle. Besonders bei akuten Beschwerden oder Analverkehr kann das empfindliche Gewebe zusätzlich belastet werden. Der Artikel erklärt verständlich, wann Sexualität unproblematisch ist, wann Vorsicht geboten ist und welche Situationen eine ärztliche Abklärung erfordern. Zudem werden konservative Therapien, operative Optionen und präventive Maßnahmen vorgestellt, die nicht nur die Beschwerden lindern, sondern auch die sexuelle Lebensqualität verbessern können
Dr. med. univ. Lukas Heschl

Autor

Dr. med. univ. Lukas Heschl

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hämorrhoiden aus medizinischer Sicht und wie entstehen sie?

Hämorrhoiden sind natürliche Gefäßpolster im Analkanal, die erst bei Vergrößerung Beschwerden verursachen.

Welche Symptome von Hämorrhoiden können die Sexualität beeinträchtigen?

Bestimmte Hämorrhoidensymptome wie Blutung, Juckreiz oder Druckgefühl können Intimität indirekt beeinträchtigen.

Wie wirkt sich ein Hämorrhoidalleiden im Alltag auf Intimität und Partnerschaft aus?

Sexualität ist meist möglich, sollte jedoch an den individuellen Beschwerdegrad angepasst werden.

Ist Analverkehr bei Hämorrhoiden möglich oder mit Risiken verbunden?

Analverkehr kann bei aktiven Hämorrhoiden Beschwerden verstärken und erfordert besondere Vorsicht.

Wie beeinflusst die Behandlung von Hämorrhoiden die sexuelle Lebensqualität?

Eine gezielte Behandlung von Hämorrhoiden verbessert in der Regel auch die sexuelle Lebensqualität.

Welche anderen Analerkrankungen können Sexualität stärker beeinträchtigen als Hämorrhoiden?

Starke Schmerzen sprechen häufig für andere Analerkrankungen, die Sexualität stärker beeinträchtigen als Hämorrhoiden.

Wie lassen sich Hämorrhoiden vorbeugen und wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Durch Stuhlregulation, schonende Hygiene und rechtzeitige ärztliche Abklärung lassen sich Beschwerden und Komplikationen reduzieren.

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Was sind Hämorrhoiden aus medizinischer Sicht und wie entstehen sie?

Hämorrhoiden sind natürliche Gefäßpolster im Analkanal, die erst bei Vergrößerung Beschwerden verursachen.

Was sind Hämorrhoiden und wie entstehen sie im Analbereich?

Hämorrhoiden sind natürliche Gefäßpolster im unteren Enddarm, die jeder Mensch besitzt. Sie bestehen aus einem dichten Geflecht aus Blutgefäßen und Bindegewebe und befinden sich im Analkanal. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Schließmuskel für einen feinen Verschluss des Afters zu sorgen und die Kontinenz zu unterstützen. Von einem Hämorrhoidalleiden spricht man erst dann, wenn diese Gefäßpolster krankhaft vergrößert oder abgesenkt sind.

Welche Faktoren begünstigen die Vergrößerung von Hämorrhoiden?

Im Laufe des Lebens kann sich das stützende Bindegewebe lockern. Gleichzeitig kann wiederholter Druck im Bauchraum – etwa durch starkes Pressen beim Stuhlgang – dazu führen, dass sich die Gefäßpolster erweitern und nach unten verlagern.

Zu den begünstigenden Faktoren zählen:

  • chronische Verstopfung
  • langes und starkes Pressen
  • Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • altersbedingte Gewebeveränderungen

Wichtig ist: Hämorrhoiden entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich meist allmählich über Jahre durch mechanische Belastung und Gewebeveränderungen.

Worin unterscheiden sich innere und äußere Hämorrhoiden – und welche Beschwerden verursachen sie?

Innere und äußere Hämorrhoiden unterscheiden sich vor allem durch ihre Lage im Analkanal und durch die Art der Beschwerden.

Welche Beschwerden sind typisch für innere Hämorrhoiden?

Innere Hämorrhoiden liegen im Inneren des Analkanals, oberhalb einer anatomischen Grenze, der sogenannten Linea dentata. In diesem Bereich ist die Schleimhaut wenig schmerzempfindlich.

Typische Beschwerden sind:

  • hellrote Blutungen beim Stuhlgang
  • Nässen oder Schleimabgang
  • Juckreiz oder Brennen
  • ein Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • ein Vorfall (Prolaps), bei dem sich Gewebe nach außen stülpt

Je nach Ausprägung werden innere Hämorrhoiden in vier Schweregrade eingeteilt – von leicht vergrößert (Grad I) bis dauerhaft vorgefallen (Grad IV).

Was versteht man unter „äußeren Hämorrhoiden“ aus medizinischer Sicht?

Der Begriff „äußere Hämorrhoiden“ wird umgangssprachlich oft verwendet. Medizinisch korrekt handelt es sich meist um perianale Thrombosen oder Hautveränderungen am Afterrand. Dieser Bereich ist stark schmerzempfindlich.

Typisch sind:

  • plötzliche, teils starke Schmerzen
  • tastbare, gespannte Knoten am Afterrand
  • Druckgefühl beim Sitzen

Wichtig ist: Starke Schmerzen sind bei klassischen inneren Hämorrhoiden eher untypisch. Wenn ausgeprägte Schmerzen auftreten, liegt häufig eine andere Begleiterkrankung vor.

Welche Symptome von Hämorrhoiden können die Sexualität beeinträchtigen?

Bestimmte Hämorrhoidensymptome wie Blutung, Juckreiz oder Druckgefühl können Intimität indirekt beeinträchtigen.

Welche Symptome von Hämorrhoiden können die Sexualität beeinträchtigen?

Bestimmte Beschwerden eines Hämorrhoidalleidens können Intimität und Sexualität spürbar beeinflussen. Entscheidend sind dabei nicht die Hämorrhoiden selbst, sondern die Begleiterscheinungen, die im Alltag als unangenehm oder belastend empfunden werden.

Hämorrhoiden können folgende körperliche Beschwerden verursachen, die für Sexualität relevant sein können:

  • hellrote Blutungen
  • Nässen oder Schleimabgang
  • Juckreiz oder Brennen
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Vorfall (Prolaps)

Wie wirken sich Schmerzen, Juckreiz oder Blutungen konkret auf das Sexualleben aus?

Beschwerden beeinflussen Sexualität vor allem über Vermeidungsverhalten und Unsicherheit.

  • Schmerzen führen dazu, dass bestimmte Bewegungen gemieden werden.
  • Blutungen erzeugen Angst vor sichtbaren Spuren.
  • Nässen oder Reizung können Scham auslösen.

Die sexuelle Funktion selbst bleibt körperlich erhalten – die Einschränkung entsteht durch Anspannung und fehlende Entspannung.

Können Hämorrhoiden die Libido oder das sexuelle Selbstbewusstsein beeinflussen?

Ja, Hämorrhoiden können das sexuelle Selbstbewusstsein beeinflussen – allerdings meist indirekt, nicht durch eine direkte hormonelle oder körperliche Wirkung auf die Libido.

Gibt es einen direkten hormonellen Einfluss von Hämorrhoiden auf die Libido?

Hämorrhoiden verändern weder den Hormonhaushalt noch die sexuelle Erregungsfähigkeit. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie biologisch das sexuelle Verlangen (Libido) direkt senken.

Indirekter Einfluss durch Beschwerden

Wenn jedoch Symptome wie Blutungen, Nässen, Juckreiz oder ein Vorfall auftreten, kann das Unsicherheit auslösen. Viele Betroffene fühlen sich im Intimbereich weniger „wohl“ oder machen sich Sorgen über:

  • sichtbare Veränderungen
  • mögliche Gerüche
  • Blutspuren
  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen

Diese Gedanken können dazu führen, dass man sich beim Sex weniger entspannt oder sich körperlich zurückzieht.

Warum beeinflussen Beschwerden eher das Selbstbewusstsein als das sexuelle Verlangen?

Erkrankungen im Analbereich sind für viele Menschen stark schambesetzt. Das kann das Körpergefühl und das Vertrauen in die eigene Attraktivität beeinträchtigen. Besonders bei chronischen Beschwerden kann sich daraus ein Vermeidungsverhalten entwickeln.

Beeinflussen chronische Hämorrhoiden langfristig die sexuelle Lebensqualität?

Chronische Hämorrhoiden können die sexuelle Lebensqualität beeinträchtigen – vor allem dann, wenn Beschwerden dauerhaft bestehen und nicht behandelt werden.

Kein direkter körperlicher Schaden an der Sexualfunktion

Hämorrhoiden verändern weder Hormone noch Nerven, die für sexuelle Erregung oder Orgasmus zuständig sind. Sie führen also nicht direkt zu einer sexuellen Funktionsstörung.

Einfluss über anhaltende Beschwerden

Wenn Symptome wie Blutungen, Nässen, Juckreiz oder ein Vorfall regelmäßig auftreten, kann das langfristig belastend sein. Betroffene erleben häufig:

  • Unsicherheit vor Intimität
  • Angst vor Blutungen
  • Vermeidungsverhalten
  • eingeschränkte Spontaneität

Je länger Beschwerden bestehen, desto eher kann sich ein Muster aus Rückzug und Schonung entwickeln.

Psychosoziale Wirkung

Erkrankungen im Analbereich sind für viele Menschen mit Scham behaftet. Wenn Beschwerden chronisch werden, kann das das Körpergefühl und das sexuelle Selbstbewusstsein beeinflussen. Sexualität wird dann nicht durch körperliche Einschränkungen, sondern durch Unsicherheit und Stress belastet.

Wichtig für die Prognose

Leitlinien zeigen, dass Hämorrhoidalleiden gut behandelbar sind – durch Lebensstilmaßnahmen, ambulante Verfahren oder operative Therapien. Wird die Ursache konsequent behandelt, verbessert sich in der Regel auch die Lebensqualität, einschließlich der sexuellen Zufriedenheit.

Wie wirkt sich ein Hämorrhoidalleiden im Alltag auf Intimität und Partnerschaft aus

Wie wirkt sich ein Hämorrhoidalleiden im Alltag auf Intimität und Partnerschaft aus?

Sexualität ist meist möglich, sollte jedoch an den individuellen Beschwerdegrad angepasst werden.

Wie verändern Hämorrhoiden Intimität und Partnerschaft?

Hämorrhoiden können Intimität und Partnerschaft beeinflussen – meist nicht durch eine direkte körperliche Einschränkung, sondern durch Unsicherheit, Scham und verändertes Verhalten im Alltag.

Einfluss durch Beschwerden

Wenn Symptome wie Blutungen, Nässen, Juckreiz oder ein Druckgefühl bestehen, kann das dazu führen, dass Betroffene:

  • körperliche Nähe vorsichtiger gestalten
  • bestimmte Berührungen oder Positionen meiden
  • Sexualität seltener initiieren

Die Angst, Beschwerden könnten sich verschlimmern oder sichtbar werden, spielt dabei oft eine größere Rolle als die tatsächliche körperliche Einschränkung.

Warum beeinflussen Beschwerden eher das Selbstbewusstsein als das sexuelle Verlangen?

Probleme im Analbereich sind für viele Menschen stark schambesetzt. Das kann dazu führen, dass Beschwerden nicht offen angesprochen werden – weder beim Arzt noch in der Partnerschaft. Fehlt die Kommunikation, entstehen schnell Missverständnisse, etwa wenn Zurückhaltung fälschlich als Desinteresse interpretiert wird.

Wie entwickeln sich langfristige Vermeidungsstrategien bei chronischen Beschwerden?

Chronische oder wiederkehrende Beschwerden können dazu führen, dass Intimität mit Unsicherheit verknüpft wird. Manche Betroffene entwickeln unbewusst ein Schon- oder Vermeidungsverhalten, um unangenehme Situationen zu umgehen.

Bedeutung von Kommunikation

In stabilen Partnerschaften wirkt sich eine offene Kommunikation meist entlastend aus. Wenn Beschwerden erklärt werden, lassen sich Nähe und Sexualität oft anpassen, ohne dass die Beziehung dauerhaft belastet wird.

Ist Geschlechtsverkehr trotz Hämorrhoiden möglich oder medizinisch problematisch?

In den meisten Fällen ist Geschlechtsverkehr trotz Hämorrhoiden grundsätzlich möglich und medizinisch nicht verboten. Entscheidend ist, wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind.

Wann ist Geschlechtsverkehr trotz Hämorrhoiden unbedenklich?

Bei leichten bis mäßigen Hämorrhoiden ohne starke Symptome ist normale sexuelle Aktivität in der Regel unbedenklich. Hämorrhoiden beeinflussen weder die Hormonlage noch die sexuelle Erregungsfähigkeit.

Wann kann es problematisch werden?

Medizinisch problematisch kann Sexualität werden, wenn:

  • akute Blutungen auftreten
  • ein ausgeprägter Vorfall (Prolaps) besteht
  • starkes Nässen oder Reizung vorhanden ist
  • deutliche Schmerzen im Analbereich auftreten

Wichtig: Starke Schmerzen sind bei reinen inneren Hämorrhoiden eher untypisch. Treten sie auf, liegt häufig zusätzlich eine andere Erkrankung im Analbereich vor. In solchen Fällen sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Warum ist Analverkehr bei aktiven Beschwerden risikoreicher?

Bei aktiven Beschwerden im Analbereich – insbesondere bei Blutung, Entzündung oder Schmerzen – kann Analverkehr das Gewebe zusätzlich reizen und Beschwerden verstärken. Hier ist Zurückhaltung sinnvoll, bis die Symptome abgeklungen sind.

Wann sollte bei akuten Hämorrhoiden auf Sexualität verzichtet werden?

Bei akuten Hämorrhoiden ist ein vorübergehender Verzicht auf Sexualität sinnvoll, wenn deutliche Beschwerden bestehen. Entscheidend ist nicht die Diagnose an sich, sondern die Symptomstärke.

Verzicht ist ratsam bei:

Aktiver Blutung

Wenn es zu frischen, hellroten Blutungen kommt, sollte zunächst die Ursache abgeklärt und die Blutung gestoppt werden. Zusätzliche mechanische Belastung kann die Schleimhaut weiter reizen.

Starkem Vorfall (Prolaps)

Wenn Hämorrhoiden deutlich nach außen treten und sich nicht spontan zurückziehen, ist das Gewebe empfindlicher und leichter verletzbar.

Ausgeprägtem Nässen, Reizung oder Brennen

Entzündete oder gereizte Haut im Analbereich reagiert empfindlich auf Reibung und Druck.

Deutlichen Schmerzen

Starke Schmerzen sprechen häufig für eine zusätzliche Erkrankung wie eine Analfissur oder eine perianale Thrombose. In diesem Fall sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Ziel ist Gewebeschonung

Akute Hämorrhoidalbeschwerden bedeuten, dass das Gewebe aktuell belastet ist. Ruhe, Schonung und Behandlung stehen dann im Vordergrund. Sobald die Beschwerden abgeklungen sind, ist Sexualität in der Regel wieder möglich.

Welche sexuellen Positionen sind bei Hämorrhoiden weniger belastend für den Analbereich?

Bei Hämorrhoiden geht es vor allem darum, Druck und Reibung im Analbereich möglichst gering zu halten. Es gibt keine medizinisch festgelegten „richtigen“ oder „falschen“ Positionen – entscheidend ist, ob Beschwerden wie Druckgefühl, Juckreiz oder Blutungen ausgelöst oder verstärkt werden.

Grundprinzip: Weniger Druck, mehr Kontrolle

Weniger belastend sind in der Regel Positionen,

  • bei denen kein direkter Druck auf den After entsteht
  • bei denen das Körpergewicht nicht auf dem Gesäß lastet
  • bei denen die betroffene Person die Bewegung gut selbst steuern kann

Positionen, bei denen starker Druck auf das Gesäß ausgeübt wird oder bei denen die Beckenbewegung schwer kontrollierbar ist, können Beschwerden eher verstärken.

Besonders wichtig bei akuten Beschwerden

Wenn Blutungen, ein ausgeprägter Vorfall oder deutliche Schmerzen bestehen, sollte generell Zurückhaltung geübt werden – unabhängig von der Position. In dieser Phase steht die Schonung des Gewebes im Vordergrund.

Analverkehr

Bei aktiven Hämorrhoiden – insbesondere bei Reizung oder Blutung – kann Analverkehr das empfindliche Gewebe zusätzlich belasten. Hier ist besondere Vorsicht oder ein vorübergehender Verzicht sinnvoll.

Ist Analverkehr bei Hämorrhoiden möglich oder mit Risiken verbunden?

Analverkehr kann bei aktiven Hämorrhoiden Beschwerden verstärken und erfordert besondere Vorsicht.

Ist Analverkehr bei bestehenden Hämorrhoiden medizinisch vertretbar oder riskant?

Analverkehr ist bei bestehenden Hämorrhoiden nicht grundsätzlich verboten, kann jedoch – je nach Beschwerdegrad – mit einem erhöhten Risiko für Reizung oder Verschlechterung der Symptome verbunden sein.

Wann ist das Risiko erhöht?

Analverkehr kann problematisch sein, wenn:

  • akute Blutungen bestehen
  • ein ausgeprägter Vorfall (Prolaps) vorliegt
  • das Gewebe entzündet oder gereizt ist
  • Schmerzen im Analbereich auftreten

In diesen Situationen ist die Schleimhaut empfindlicher und verletzungsanfälliger. Mechanische Belastung kann Blutungen verstärken oder Reizungen verschlimmern.

Warum besteht ein Risiko?

Das Hämorrhoidalgewebe ist bei Beschwerden bereits geschwollen oder gereizt. Zusätzlicher Druck oder Dehnung kann:

  • kleine Einrisse verursachen
  • Blutungen begünstigen
  • die Heilung verzögern
  • Schmerzen verstärken

Besonders bei starken Schmerzen sollte immer abgeklärt werden, ob zusätzlich eine andere Erkrankung wie eine Analfissur oder eine Thrombose vorliegt.

Wann ist Analverkehr eher vertretbar?

Wenn Hämorrhoiden nur mild ausgeprägt sind und keine akuten Symptome bestehen, ist das Risiko deutlich geringer. Dennoch sollte auf ausreichende Gleitfähigkeit und vorsichtiges Vorgehen geachtet werden, um Reibung zu minimieren.

Wie beeinflusst die Behandlung von Hämorrhoiden die sexuelle Lebensqualität?

Eine gezielte Behandlung von Hämorrhoiden verbessert in der Regel auch die sexuelle Lebensqualität.

Welche konservativen Therapien helfen bei Hämorrhoiden?

Konservative Therapien sind die erste Behandlungsoption bei Hämorrhoiden. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern und den Druck im Analbereich zu reduzieren.

Wichtigste Maßnahme:

Ein weicher, regelmäßiger Stuhlgang, um starkes Pressen zu vermeiden. Das erreicht man durch:

  • ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichendes Trinken
  • Bewegung
  • kurze Toilettenzeiten ohne Pressen

Zusätzlich möglich:

  • Salben oder Zäpfchen gegen Juckreiz und Brennen
  • pflanzliche oder gefäßstärkende Präparate zur Unterstützung

Bei leichten Formen reichen diese Maßnahmen oft aus. Bleiben Beschwerden bestehen, sind weitere ambulante oder operative Therapien möglich.

Wann sind minimalinvasive Verfahren oder operative Maßnahmen notwendig?

Minimalinvasive oder operative Behandlungen werden dann notwendig, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder die Beschwerden stark ausgeprägt sind.

Minimalinvasive Verfahren

Diese kommen meist bei mittelgradigen Hämorrhoiden infrage, wenn:

  • wiederholte Blutungen auftreten
  • ein Vorfall (Prolaps) regelmäßig besteht
  • Beschwerden trotz Ernährungs- und Lebensstiländerung anhalten

Typische ambulante Verfahren sind die Gummibandligatur, Verödung oder Infrarotbehandlung. Sie verkleinern das vergrößerte Gewebe ohne große Operation.

Operative Maßnahmen

Eine Operation wird vor allem erwogen, wenn:

  • ein ausgeprägter, dauerhafter Vorfall besteht
  • starke oder wiederkehrende Beschwerden auftreten
  • ambulante Verfahren nicht erfolgreich waren

Das betrifft meist höhergradige Hämorrhoiden (Grad III–IV).

Wie lange sollte man nach einer Hämorrhoiden-Behandlung mit sexueller Aktivität warten?

Eine feste, für alle gültige Wartezeit gibt es nicht. Entscheidend ist, wie schnell das Gewebe abheilt und ob noch Beschwerden bestehen.

Nach ambulanten Verfahren

Nach minimalinvasiven Behandlungen wie einer Gummibandligatur oder Verödung ist das Gewebe meist nur leicht gereizt.

Sexuelle Aktivität ist in der Regel wieder möglich, sobald:

  • keine Schmerzen bestehen
  • keine Blutungen auftreten
  • kein ausgeprägtes Druckgefühl vorhanden ist

Das kann nach wenigen Tagen bis etwa ein bis zwei Wochen der Fall sein – abhängig vom individuellen Heilungsverlauf.

Nach einer Operation

Nach einer operativen Hämorrhoidenentfernung braucht das Gewebe deutlich länger zur Heilung. Hier sollte man warten, bis:

  • die Wunden abgeheilt sind
  • keine Schmerzen oder Blutungen mehr auftreten
  • die ärztliche Nachkontrolle unauffällig ist

Das kann mehrere Wochen dauern. Bei Unsicherheit sollte immer der behandelnde Arzt gefragt werden.

Besonders bei Analverkehr

Analverkehr sollte erst wieder aufgenommen werden, wenn die Schleimhaut vollständig abgeheilt und beschwerdefrei ist. Zu frühe Belastung kann Blutungen oder Heilungsstörungen verursachen.

Welche anderen Analerkrankungen können Sexualität stärker beeinträchtigen als Hämorrhoiden?

Starke Schmerzen sprechen häufig für andere Analerkrankungen, die Sexualität stärker beeinträchtigen als Hämorrhoiden.

Welche anderen Analerkrankungen wie Analfissur, Analthrombose oder Proktitis können Sexualität zusätzlich beeinträchtigen?

Neben Hämorrhoiden gibt es mehrere andere Erkrankungen im Analbereich, die Sexualität deutlicher einschränken können – vor allem, weil sie häufig stärker schmerzhaft sind.

Analfissur

Eine Analfissur ist ein schmerzhafter Einriss der Schleimhaut im Analkanal. Typisch sind:

  • stechende Schmerzen beim oder nach dem Stuhlgang
  • Brennen
  • Blutspuren

Da die Region sehr empfindlich ist, können Druck oder Reibung – etwa bei bestimmten Bewegungen – starke Schmerzen auslösen. Das führt häufig zu Vermeidungsverhalten.

Analthrombose (perianale Thrombose)

Hierbei handelt es sich um ein plötzlich auftretendes, schmerzhaftes Blutgerinnsel am Afterrand. Typisch sind:

  • akute, teils starke Schmerzen
  • tastbarer, gespannter Knoten
  • Druckgefühl beim Sitzen
  • Solange die Thrombose besteht, ist Sexualität oft unangenehm oder schmerzhaft.

Proktitis

Eine Proktitis ist eine Entzündung der Enddarmschleimhaut. Sie kann verursacht werden durch:

  • Infektionen
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Bestrahlung

Typisch sind Schmerzen, Blutungen oder Schleimabgang. Entzündetes Gewebe reagiert empfindlich auf Belastung.

Warum sind diese Erkrankungen oft belastender als Hämorrhoiden?

Starke Schmerzen sind bei reinen inneren Hämorrhoiden eher untypisch. Wenn deutliche Schmerzen auftreten, steckt häufig eine dieser Begleiterkrankungen dahinter. Schmerzen führen schneller zu Schonhaltung, Unsicherheit und Vermeidung von Intimität.

Wie lassen sich Hämorrhoiden vorbeugen und wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Durch Stuhlregulation, schonende Hygiene und rechtzeitige ärztliche Abklärung lassen sich Beschwerden und Komplikationen reduzieren.

Wie wichtig ist die richtige Intimhygiene im Zusammenhang mit sexueller Aktivität?

Richtige Intimhygiene ist bei Hämorrhoiden wichtig, um Reizungen und Juckreiz zu vermeiden. Vergrößerte Hämorrhoiden können zu Feuchtigkeit oder Schleimabgang führen, was die Haut empfindlicher macht – besonders bei Reibung während sexueller Aktivität. Empfohlen wird eine schonende Reinigung mit lauwarmem Wasser und vorsichtiges Abtrocknen. Parfümierte oder alkoholhaltige Produkte sollten vermieden werden, da sie die Haut zusätzlich reizen können. Wichtig ist ein ausgewogenes Maß: zu aggressive Reinigung kann Beschwerden verstärken. Ziel ist es, die Hautbarriere zu schützen und Reizungen vorzubeugen.

Welche präventiven Maßnahmen helfen, Hämorrhoiden vorzubeugen?

Hämorrhoiden lassen sich vor allem durch eine gute Stuhlregulation vorbeugen. Entscheidend ist ein weicher, regelmäßiger Stuhlgang, damit starkes Pressen vermieden wird. Das gelingt durch eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung. Ebenso wichtig ist ein angepasstes Toilettenverhalten: nur bei tatsächlichem Stuhldrang gehen, nicht pressen und nicht lange sitzen. Ein aktiver Lebensstil unterstützt die Darmtätigkeit und reduziert dauerhaft den Druck im Analbereich.

  • Gute Stuhlregulation als wichtigste Präventionsmaßnahme
  • Weicher, regelmäßiger Stuhlgang zur Vermeidung von starkem Pressen
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige Bewegung
  • Nur bei tatsächlichem Stuhldrang zur Toilette gehen
  • Nicht pressen
  • Keine langen Sitzzeiten auf der Toilette
  • Aktiver Lebensstil zur Unterstützung der Darmtätigkeit und Druckreduktion im Analbereich

Wann sollte bei Hämorrhoiden und sexuellen Beschwerden unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden?

Ärztlicher Rat ist immer dann wichtig, wenn Beschwerden stark, neu oder ungewöhnlich sind – oder wenn Unsicherheit besteht.

Unbedingt abklären lassen sollte man:

  • wiederholte oder stärkere Blutungen, insbesondere wenn die Ursache unklar ist
  • starke oder zunehmende Schmerzen im Analbereich
  • einen dauerhaften Vorfall, der sich nicht zurückziehen lässt
  • anhaltende Beschwerden trotz Selbstbehandlung
  • zusätzliche Symptome wie Fieber, ausgeprägte Schwellung oder eitrigen Ausfluss

Starke Schmerzen sprechen häufig für eine andere Erkrankung wie eine Analfissur oder eine Thrombose und sollten nicht als „normale Hämorrhoiden“ abgetan werden. Auch wenn sexuelle Beschwerden länger anhalten oder zu deutlicher Belastung in der Partnerschaft führen, ist eine ärztliche Beratung sinnvoll. Eine frühzeitige Abklärung verhindert Komplikationen und ermöglicht eine gezielte Behandlung.

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Dr. med. univ. Lukas Heschl

Dr. med. univ. Lukas Heschl

El Dr. med. univ. Lukas Heschl es médico general. Tras completar sus estudios de medicina humana en 2013, el Dr. med. univ. Lukas Heschl se ha dedicado desde 2017 como médico general en ejercicio al bienestar de sus pacientes. En 2019 se convirtió en socio de la consulta médica rural en Oed, Baja Austria. Como primera persona de contacto para todas las cuestiones médicas, el Dr. med. univ. Lukas Heschl confía en métodos de tratamiento innovadores, como los productos médicos CANNEFF contra inflamaciones y para mejorar la regeneración de las mucosas en la zona íntima.