Analfissur – was tun?
Inhaltsverzeichnis
Analfissur – was tun? Ursachen und Entstehung einfach erklärt
Welche Symptome treten bei einer Analfissur auf?
Akute oder chronische Analfissur – was tun bei unterschiedlichen Verläufen?
Analfissur – was tun bei akuten Schmerzen? Sofortmaßnahmen im Überblick
Welche Salben, Zäpfchen oder Medikamente helfen bei Analfissur?
Wie unterstützt die richtige Stuhlregulation die Heilung einer Analfissur?
Wann sollte man mit einer Analfissur zum Arzt gehen?
Welche konservativen Therapien helfen bei chronischer Analfissur?
Wann ist eine Operation bei Analfissur notwendig?
Wie lässt sich einer erneuten Analfissur vorbeugen?
Analfissur – was tun? Ursachen und Entstehung einfach erklärt
Eine Analfissur ist ein länglicher Einriss der Schleimhaut im Bereich des Analkanals, der meist wenige Millimeter bis maximal zwei Zentimeter lang ist. Medizinisch handelt es sich um eine schmerzhafte Läsion des anodermalen Epithels, die sich typischerweise in der hinteren Mittellinie (posterior) befindet, seltener auch anterior. Die Verletzung betrifft die sensible Zone unterhalb der Linea dentata, einen Bereich mit hoher nervaler Dichte. Deshalb können bereits kleine Defekte starke Schmerzen verursachen. Eine Analfissur ist eine schmerzhafte Schleimhautverletzung im Analkanal, die meist durch mechanische Überdehnung infolge harter Stühle entsteht. Entscheidend für ihre Entstehung und Chronifizierung ist ein erhöhter Schließmuskeltonus, der zu einer Durchblutungsstörung führt. Eine frühzeitige Behandlung zielt daher nicht nur auf die Wundheilung, sondern auch auf die Druckreduktion und die Stuhlregulation ab.
Anatomie des Analkanals – warum ist die Schleimhaut so empfindlich?
Der Analkanal ist von einer empfindlichen Schleimhaut ausgekleidet, die mechanischer Belastung durch die Passage von Stuhl ausgesetzt ist. Wird diese Schleimhaut überdehnt oder verletzt, kann es zu einem Einriss kommen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel zwischen:
- Stuhlkonsistenz
- Druck im Analkanal
- Spannung des inneren Schließmuskels (Musculus sphincter ani internus)
Wie entsteht eine Analfissur? Häufige Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist harter, trockener Stuhl bei Verstopfung (Obstipation). Beim Pressen entsteht erhöhter Druck, der die empfindliche Schleimhaut überdehnt. Es kommt zu einer mechanischen Verletzung.
- Typische auslösende Faktoren sind:
- Chronische Obstipation
- starkes Pressen beim Stuhlgang
- Durchfälle mit häufiger Stuhlentleerung
- Geburt (mechanische Belastung)
- Analverkehr
- Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
- Vorbestehende proktologische Erkrankungen wie Hämorrhoiden.
Warum heilt eine Analfissur manchmal nicht? Der Schmerz-Spasmus-Kreislauf
Charakteristisch für die Pathophysiologie ist ein Schmerz-Spasmus-Ischämie-Kreislauf.
- Der Schleimhauteinriss verursacht starke Schmerzen.
- Reflexartig verkrampft daraufhin der innere Schließmuskel.
- Durch den erhöhten Muskeltonus wird die lokale Durchblutung reduziert.
- Die verminderte Perfusion verzögert die Wundheilung.
- Die Fissur persistiert oder chronifiziert.
Bleibt dieser Kreislauf bestehen, kann sich aus einer akuten Analfissur eine chronische Form entwickeln. Dabei können zusätzliche Veränderungen wie eine Vorpostenfalte (Mariske) oder hypertrophe Analpapillen auftreten.
Analfissur oder Hämorrhoiden – wie lässt sich das unterscheiden?
Eine Analfissur ist klar von folgenden Erkrankungen abzugrenzen:
- Hämorrhoiden, die Gefäßpolster betreffen,
- einer Analthrombose, einer schmerzhaften Venenthrombose,
- einem Analabszess oder einer Analfistel, die infektiöse Prozesse darstellen.
- Proktitis, einer entzündlichen Erkrankung der Rektumschleimhaut.
Während bei Hämorrhoiden häufig Blutungen im Vordergrund stehen, ist bei einer Analfissur der stechende Schmerz beim Stuhlgang das Leitsymptom.
Welche Symptome treten bei einer Analfissur auf?
Eine Analfissur äußert sich in erster Linie durch starke, stechende Schmerzen während des Stuhlgangs. Leitsymptom ist ein brennender oder schneidender Schmerz im Analkanal, der während der Defäkation einsetzt und noch Minuten bis Stunden danach anhalten kann. Ursache ist eine Verletzung der hochsensiblen Schleimhaut unterhalb der Linea dentata in Kombination mit einem reflektorischen Krampf des inneren Schließmuskels.
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Symptom |
Typische Ausprägung bei Analfissur |
Pathophysiologischer Hintergrund |
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Schmerz beim Stuhlgang |
Stark, stechend, schneidend |
Dehnung der verletzten Schleimhaut |
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Schmerz nach dem Stuhlgang |
Minuten bis Stunden anhaltend |
Sphinkterspasmus, Minderdurchblutung |
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Blutung |
Gering, hellrot |
Oberflächlicher Schleimhauteinriss |
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Brennen / Reizung |
Häufig |
Lokale Entzündung, Wundfläche |
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Juckreiz |
Möglich |
Reizung durch Sekret oder Stuhlreste |
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Tastbare Veränderung |
Bei chronischer Form |
Narbenbildung, Mariske |
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Stuhlverhalt / Obstipation |
Sekundär häufig |
Schmerzbedingte Vermeidung |
Die Intensität und Dauer der Symptomatik unterscheiden sich je nach Stadium – akut oder chronisch –, zeigen jedoch ein charakteristisches Muster.
Warum verursacht eine Analfissur starke Schmerzen beim Stuhlgang?
Während bei Hämorrhoiden schmerzlose Blutungen dominieren, steht bei einer Analfissur der intensive Schmerz im Vordergrund. Eine Analthrombose verursacht dagegen in der Regel eine plötzliche, anhaltende Schwellung mit Druckschmerz. Bei infektiösen Erkrankungen wie einem Analabszess treten zusätzlich Fieber und ausgeprägte Entzündungszeichen auf. Die typische Symptomkonstellation einer Analfissur besteht aus schmerzhaftem Stuhlgang, postdefäkatorischem Brennen und gelegentlichen hellroten Blutspuren. Die Beschwerden entstehen durch einen Einriss der Schleimhaut in Kombination mit einem reflektorischen Schließmuskelkrampf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um eine Chronifizierung zu verhindern und eine gezielte Therapie zu ermöglichen.
Akute oder chronische Analfissur – was tun bei unterschiedlichen Verläufen?
Eine akute Analfissur ist ein frischer Einriss der Schleimhaut im Analkanal, der in der Regel seit weniger als sechs Wochen besteht und unter konservativer Therapie gut heilbar ist. Von einer chronischen Analfissur spricht man, wenn die Verletzung länger als sechs Wochen besteht oder typische strukturelle Veränderungen wie Narbenbildung oder eine Vorpostenfalte (Mariske) auftreten. Der entscheidende Unterschied liegt somit in Dauer, Gewebeveränderung und Heilungstendenz.
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Merkmal |
Akute Analfissur |
Chronische Analfissur |
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Dauer |
< 6 Wochen |
> 6 Wochen |
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Erscheinungsbild |
Frischer, oberflächlicher Einriss |
Tiefere Ulzeration mit verhärteten Rändern |
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Schmerzen |
Stark, v. a. beim Stuhlgang |
Oft anhaltend, teils dauerhaft |
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Begleitveränderungen |
Keine strukturellen Veränderungen |
Mariske, hypertrophe Analpapille möglich |
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Heilungschance |
Hoch unter konservativer Therapie |
Häufig therapieresistent |
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Behandlungsansatz |
Stuhlregulation, lokale Therapie |
Erweiterte konservative oder operative Therapie |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine akute Analfissur in vielen Fällen durch konsequente Druckreduktion und lokale Maßnahmen heilt. Die chronische Form ist hingegen durch strukturelle Umbauprozesse gekennzeichnet und erfordert in der Regel eine intensivere oder chirurgische Behandlung.
Analfissur – was tun bei akuten Schmerzen? Sofortmaßnahmen im Überblick
Bei einer akuten Analfissur ist schnelles Handeln entscheidend, um den Schmerz-Spasmus-Kreislauf zu durchbrechen und eine Chronifizierung zu verhindern. Die Sofortmaßnahmen zielen darauf ab, die Schleimhaut zu entlasten, den Schließmuskeltonus zu senken und die Wundheilung zu fördern.
Wie halte ich den Stuhl weich und vermeide Pressen?
Die wichtigste Maßnahme ist eine konsequente Stuhlregulation. Harte oder trockene Stühle verschlimmern den Einriss und verzögern die Heilung.
Empfohlen werden:
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 1,5–2 Liter täglich, sofern keine Kontraindikationen bestehen).
- Ballaststoffreiche Ernährung
Bei Bedarf können osmotisch wirkende Stuhlweichmacher (z. B. Macrogol) eingenommen werden. Das Ziel ist eine weiche, geformte Stuhlkonsistenz, die ohne Pressen ausgeschieden werden kann.
Wie kann der Schließmuskel entspannt werden?
Ein reflektorischer Krampf des inneren Sphinkters ist ein zentraler Heilungshemmer. Zur Tonusreduktion eignen sich:
- warme Sitzbäder (10–15 Minuten, 1–2× täglich)
- lokal applizierte, muskelrelaxierende Salben (z. B. mit Nitraten oder Calciumantagonisten, ärztlich verordnet).
Durch die Entspannung verbessert sich die lokale Durchblutung und die Heilungschance steigt.
Welche lokale Behandlung schützt die Schleimhaut?
Die verletzte Schleimhaut muss vor mechanischer Reizung geschützt werden. Dafür eignen sich pflegende, schleimhautschützende Salben oder Zäpfchen (z.B. CANNEFF SUP Zäpfchen).
- Schonende Analhygiene (kein starkes Reiben, kein aggressives Toilettenpapier).
- Verzicht auf irritierende Substanzen.
Das Ziel besteht darin, Entzündungen und Reizungen im sensiblen Analbereich zu reduzieren.
Was hilft gegen Schmerzen bei Analfissur?
Schmerzen verstärken die Sphinkterspannung und begünstigen den Stuhlverhalt. Kurzzeitig können daher schmerzlindernde Maßnahmen sinnvoll sein.
-
lokal anästhetische Salben (zeitlich begrenzt)
Bei Bedarf können systemische Analgetika gemäß ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.
Warum ist starkes Pressen zu vermeiden?
Bewusstes, starkes Pressen sollte vermieden werden. Ein regelmäßiger Toilettenrhythmus ohne Zeitdruck unterstützt die physiologische Defäkation.
Bei einer akuten Analfissur stehen die Regulation des Stuhlgangs, die Entspannung der Muskulatur und die lokale Wundpflege im Vordergrund. Werden diese Maßnahmen frühzeitig und konsequent umgesetzt, heilen die meisten akuten Fissuren innerhalb weniger Wochen ab. Entscheidend ist es, den Schmerz-Spasmus-Kreislauf zu unterbrechen, um eine Chronifizierung zu verhindern.
Welche Salben, Zäpfchen oder Medikamente helfen bei Analfissur?
Die medikamentöse Therapie einer Analfissur zielt in erster Linie auf die Reduzierung von Schmerzen, die Entspannung des Schließmuskels und die Förderung der Wundheilung ab. Bei akuten und chronischen Formen kommen lokal anzuwendende Salben oder Zäpfchen zum Einsatz, seltener auch systemische Medikamente. Konservative medikamentöse Maßnahmen stellen eine zentrale Säule vor invasiven Therapien wie der Injektion von Botulinumtoxin oder einer Operation dar.
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Wirkstoff / Präparatgruppe |
Wirkung |
Einsatzbereich |
Hinweise |
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Lokale Anästhetika (z. B. Lidocain) |
Linderung von Schmerzen und Brennen |
Akute Fissur mit starken Schmerzen |
Kann kurzfristig zur Schmerzlinderung eingesetzt werden; rezeptfrei verfügbar |
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Calcium-Kanalblocker (z. B. Diltiazem, Nifedipin) |
Senken Sphinktertonus, fördern Durchblutung |
Akute & chronische Analfissur |
Klinisch gut belegte Wirksamkeit und bessere Verträglichkeit als Nitroglyzerin |
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Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat-Salben) |
Relaxation des inneren Schließmuskels, Vasodilatation |
Akute & chronische Fissur |
Wirksam, aber systemische Nebenwirkungen möglich (z. B. Kopfschmerzen) |
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Entzündungshemmende / pflegende Suppositorien |
Unterstützende Wirkung bei Schleimhaut-Reizung |
Akute Beschwerden |
Z. B. entzündungshemmende Zäpfchen zur Linderung von Reizung und Brennen |
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Stuhlregulierende Medikamente |
Weiche Stuhlpassage |
Unterstützung der Fissurheilung |
Indirekt wichtig zur Entlastung der Schleimhaut; nicht primär lokal wirksam |
Medizinisch eingesetzte Optionen im Detail
1. Lokale Schmerzlinderung (z. B. Lidocain-haltige Salben): Diese Salben reduzieren akute Schmerzen und das Brennen, die typischerweise beim Stuhlgang oder unmittelbar danach auftreten. Sie sind häufig rezeptfrei erhältlich und können besonders in der Anfangsphase hilfreich sein.
2. Calcium-Kanalblocker (Diltiazem, Nifedipin): Calcium-Kanalblocker sind gut evidenzbasiert für die Förderung der Fissurheilung, da sie den erhöhten Ruhedruck des inneren Sphinkters senken und die lokale Durchblutung verbessern. In mehreren Studien zeigten sie ähnliche oder bessere Heilungsraten als Nitroglyzerin und weniger Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen).
3. Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat-Creme): Topische Nitrate wirken durch Freisetzung von Stickstoffmonoxid entspannend auf die glatte Muskulatur des Schließmuskels und fördern so die Durchblutung. Sie können jedoch häufiger systemisch bedingte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen verursachen.
4. Entzündungshemmende/pflegende Suppositorien: Suppositorien mit pflegenden oder mild entzündungshemmenden Eigenschaften können die Schleimhaut beruhigen und die symptomatische Behandlung unterstützen, insbesondere bei begleitender Reizung.
CANNEFF® SUP bei Analfissuren – wie unterstützen CBD und Hyaluronsäure die Heilung?
CANNEFF® SUP ist bei Analfissuren indiziert und stellt eine konservative Therapieoption im proktologischen Bereich dar. Die rektalen Zäpfchen kombinieren Cannabidiol (CBD) mit Hyaluronsäure und wirken gezielt auf die geschädigte Schleimhaut des Analkanals.
Bei einer Analfissur kommt es zu einem schmerzhaften Einriss der Schleimhaut mit lokaler Entzündung, Reizung und gestörter Barrierefunktion. Genau hier setzt die Kombination der Inhaltsstoffe an: Hyaluronsäure unterstützt die Feuchtigkeitsbindung, fördert die Regeneration des verletzten Gewebes und schafft ein protektives Milieu, wodurch die natürliche Wundheilung begünstigt wird. CBD wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf das gereizte Gewebe, wodurch Brennen, Spannungsgefühl und Schmerzen reduziert werden können. Durch diese mehrdimensionale Wirkung tragen die CANNEFF® SUP dazu bei, die empfindliche Analhaut zu stabilisieren, die Schleimhautheilung zu unterstützen und die lokale Reizsymptomatik zu verringern. CANNEFF® SUP eignet sich sowohl bei akuten Analfissuren als auch begleitend bei chronischen Verläufen – insbesondere in Kombination mit einer konsequenten Stuhlregulation und Maßnahmen zur Druckreduktion im Analkanal.
Wie unterstützt die richtige Stuhlregulation die Heilung einer Analfissur?
Eine konsequente Stuhlregulation ist eine zentrale Grundlage der Therapie bei Analfissuren, da sie die mechanische Belastung der verletzten Schleimhaut deutlich reduziert. Das Ziel besteht darin, eine weiche, geformte und gleitfähige Stuhlkonsistenz zu erreichen, die ohne starkes Pressen ausgeschieden werden kann.
Warum verschlimmert harter Stuhl eine Analfissur?
Harter, trockener Stuhl ist die häufigste Ursache für eine Analfissur. Beim Pressen entsteht ein erhöhter Druck im Analkanal, der die empfindliche Schleimhaut überdehnt. Eine optimierte Stuhlkonsistenz bewirkt:
- geringere Dehnung der verletzten Schleimhaut.
- weniger Reibung im Bereich des Einrisses.
Zudem wird der schmerzbedingte Sphinkterkrampf reduziert. Dadurch wird der sogenannte Schmerz-Spasmus-Kreislauf unterbrochen, der maßgeblich zur Chronifizierung beiträgt.
Wie verbessert eine weiche Stuhlkonsistenz die Durchblutung?
Ein weicher Stuhlgang reduziert die reflektorische Anspannung des inneren Schließmuskels. Sinkt der Sphinktertonus, verbessert sich die lokale Durchblutung des Analkanals. Eine ausreichende Perfusion ist essenziell für:
- die Sauerstoffversorgung des Gewebes,
- Zellregeneration
- Wundheilung.
- Vermeidung von Stuhlverhalt.
Viele Betroffene vermeiden aus Angst vor Schmerzen den Toilettengang. Dies kann zu Stuhlverhärtung führen und die Situation weiter verschlechtern. Eine regulierte und schmerzärmere Defäkation normalisiert den Entleerungsrhythmus und verhindert erneute Schleimhauttraumata.
Praktische Maßnahmen zur langfristigen Stuhlregulation
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 1,5–2 Liter täglich, sofern medizinisch vertretbar).
- Ballaststoffreiche Ernährung
Bei Bedarf können osmotisch wirkende Laxanzien, wie Macrogol, eingenommen werden.
-
Regelmäßiger Toilettenrhythmus ohne starkes Pressen.
Entscheidend ist nicht eine möglichst häufige Stuhlentleerung, sondern eine physiologisch weiche und stressfreie Passage.
Eine Regulation des Stuhlgangs hat einen unmittelbaren positiven Einfluss auf eine Analfissur, da sie die mechanische Reizung reduziert, den Schließmuskeltonus indirekt senkt und die Durchblutung verbessert. Sie bildet somit die unverzichtbare Basis jeder konservativen Therapie, unabhängig davon, ob zusätzlich Salben, Zäpfchen oder weitere medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden.
Wann sollte man mit einer Analfissur zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind, seit mehr als ein bis zwei Wochen anhalten oder sich trotz konservativer Maßnahmen nicht bessern. Besonders bei intensiven Schmerzen, die den Stuhlgang erschweren oder zu Stuhlverhalt führen, ist eine proktologische Abklärung erforderlich.
Ebenso ist eine ärztliche Diagnostik erforderlich bei:
- wiederkehrenden Blutungen,
- Verdacht auf eine chronische Analfissur,
- tastbaren Verhärtungen oder Vorpostenfalten (Marisken).
- sowie bei zusätzlichen Symptomen wie Fieber oder einer ausgeprägten Schwellung.
Diese Zeichen können auf Komplikationen oder andere Erkrankungen wie Hämorrhoiden, eine Analthrombose, einen Analabszess oder entzündliche Darmerkrankungen hinweisen. Eine frühzeitige ärztliche Behandlung erhöht die Heilungschancen und verhindert die Chronifizierung der Analfissur.
Welche konservativen Therapien helfen bei chronischer Analfissur?
Bei einer chronischen Analfissur (Beschwerden seit mehr als sechs Wochen oder strukturelle Veränderungen wie verhärtete Ränder oder eine Vorpostenfalte) steht eine strukturierte konservative Therapie im Vordergrund. Das Ziel besteht darin, den erhöhten Schließmuskeltonus zu senken, die Durchblutung zu verbessern und die Schleimhautregeneration zu fördern – und das möglichst ohne operative Maßnahmen.
Konsequente Stuhlregulation
Die Basistherapie zielt auf eine dauerhaft weiche, gleitfähige Stuhlkonsistenz ab. Empfohlen werden:
- Ballaststoffreiche Ernährung
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Osmotische Laxanzien (z. B. Macrogol) bei Bedarf.
Eine stabile Stuhlregulation verhindert eine erneute Traumatisierung und unterstützt die Heilung.
Wie wirkt die medikamentöse Sphinkterentspannung?
Ein zentraler pathophysiologischer Faktor der chronischen Fissur ist der erhöhte Ruhedruck des inneren Schließmuskels. Zur Senkung des Sphinktertonus werden lokal angewendete Wirkstoffe eingesetzt.
- Calciumkanalblocker (z. B. Diltiazem, Nifedipin).
- Nitrat-Salben (z. B. Glyceroltrinitrat).
Diese verbessern die lokale Perfusion und erhöhen die Heilungsrate. Die Anwendung erfolgt in der Regel über mehrere Wochen.
Welche Rolle spielen regenerationsfördernde Zäpfchen?
Zur Unterstützung der Schleimhautheilung können rektale Zäpfchen eingesetzt werden. CANNEFF® SUP mit CBD und Hyaluronsäure sind bei Analfissuren indiziert und Teil der konservativen Therapie. Hyaluronsäure unterstützt die Geweberegeneration und Feuchtigkeitsbindung, während CBD entzündungshemmend wirkt und die lokale Reizsymptomatik reduzieren kann. Dadurch wird die Barrierefunktion stabilisiert und die Heilung der chronisch geschädigten Schleimhaut gefördert. CANNEFF® SUP kann begleitend zur schließmuskelentspannenden Therapie eingesetzt werden.
Warme Sitzbäder
Regelmäßige warme Sitzbäder wirken entspannend auf die Analmuskulatur, fördern die Durchblutung und können Schmerzen lindern.
Wann kommt Botulinumtoxin infrage?
Botulinumtoxin kann als minimalinvasive, nicht operative Option in den inneren Schließmuskel injiziert werden. Dies führt zu einer temporären Muskelrelaxation und verbessert die Heilungschancen bei therapieresistenter, chronischer Fissur.
Wann ist eine Operation bei Analfissur notwendig?
Eine Operation ist bei einer Analfissur dann notwendig, wenn konservative Therapien über mehrere Wochen keine ausreichende Heilung bewirken oder die Beschwerden weiterhin stark und belastend sind. Dies betrifft vor allem chronische Fissuren mit verhärteten Rändern, eine Vorpostenfalte (Mariske) oder einen dauerhaft erhöhten Schließmuskeltonus.
Indikationen für eine operative Therapie sind insbesondere:
- Therapieresistenz trotz konsequenter medikamentöser Behandlung
- anhaltend starke Schmerzen.
- wiederkehrende Fissuren.
- deutliche Einschränkung der Lebensqualität.
Das Standardverfahren ist die laterale interne Sphinkterotomie, bei der der innere Schließmuskel kontrolliert entlastet wird. Das Ziel besteht darin, den Ruhedruck zu senken und somit die Durchblutung und die Wundheilung zu verbessern. Vor einer Operation sollten jedoch stets alle konservativen Optionen ausgeschöpft werden.
Wie lässt sich einer erneuten Analfissur vorbeugen?
Die wichtigste Maßnahme, um eine erneute Analfissur zu verhindern, ist eine dauerhaft regulierte, weiche Stuhlkonsistenz. Verstopfung und starkes Pressen sollten konsequent vermieden werden.
Entscheidend sind:
- eine ballaststoffreiche Ernährung,
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- regelmäßiger, stressfreier Toilettenrhythmus.
- Schonende Analhygiene ohne mechanische Reizung.
Bei empfindlicher Schleimhaut kann zusätzlich eine regenerationsfördernde lokale Pflege sinnvoll sein, um die Barrierefunktion zu stabilisieren. Langfristig reduziert eine stabile Darmfunktion das Risiko für erneute Schleimhautverletzungen im Analkanal deutlich.
Quellen
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Quellenverzeichnis anzeigen