Fermentierte Lebensmittel und das Mikrobiom
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet Fermentation aus ernährungsphysiologischer Sicht?
Unterschied zwischen fermentierten und nicht fermentierten Lebensmitteln
Wie fermentierte Lebensmittel auf das Darmmikrobiom wirken
Probiotische und präbiotische Effekte fermentierter Nahrung
Fermentation und Verdauung: bessere Nährstoffverfügbarkeit
Einfluss fermentierter Lebensmittel auf Entzündungen im Darm
Fermentierte Ernährung bei empfindlichem Darm
Bedeutung fermentierter Produkte für die Enddarmgesundheit
Fermentation als Bestandteil einer darmfreundlichen Ernährung
Integration fermentierter Produkte in den Alltag
Was bedeutet Fermentation aus ernährungsphysiologischer Sicht?
Aus ernährungsphysiologischer Sicht bezeichnet Fermentation einen biologischen Umwandlungsprozess, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen natürliche Bestandteile von Lebensmitteln enzymatisch abbauen und verändern. Dieser Prozess findet unter kontrollierten Bedingungen statt und erfolgt entweder mit oder ohne Sauerstoffzufuhr. Ursprünglich wurde er zur Haltbarmachung von Lebensmitteln entwickelt.

Während des Fermentationsprozesses werden Kohlenhydrate, Eiweiße und andere Nährstoffe durch die Aktivität der Mikroorganismen teilweise aufgespalten. Dabei entstehen neue Stoffwechselprodukte, etwa organische Säuren, die das Lebensmittel stabilisieren und dessen Eigenschaften verändern. Aus ernährungsphysiologischer Perspektive ist Fermentation demnach kein Zusatz, sondern eine Vorverarbeitung von Lebensmitteln auf mikrobieller Ebene. Ein wesentliches Merkmal der Fermentation ist die Veränderung der Struktur des Lebensmittels. Bestimmte schwer verdauliche Bestandteile werden reduziert, während andere Inhaltsstoffe besser verfügbar werden. Gleichzeitig entstehen neue geschmackliche, sensorische und funktionelle Eigenschaften, die fermentierte Lebensmittel klar von ihren nicht fermentierten Ausgangsprodukten unterscheiden.
Fermentation ist demnach nicht als medizinische oder therapeutische Maßnahme zu verstehen, sondern als traditionelles ernährungsphysiologisches Verfahren, das Lebensmittel biologisch verändert. Dieser Prozess bildet die Grundlage für viele klassische Nahrungsmittel und spielt bis heute eine wichtige Rolle in einer ausgewogenen, vielfältigen Ernährung.
Unterschied zwischen fermentierten und nicht fermentierten Lebensmitteln
Der entscheidende Unterschied zwischen fermentierten und nicht fermentierten Lebensmitteln liegt in der mikrobiellen Verarbeitung der Rohstoffe. Nicht fermentierte Lebensmittel werden in ihrer ursprünglichen oder lediglich physikalisch verarbeiteten Form verzehrt. Bei fermentierten Lebensmitteln hingegen durchlaufen sie einen kontrollierten biologischen Umwandlungsprozess durch Mikroorganismen. Bei nicht fermentierten Lebensmitteln bleiben Struktur und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe weitgehend unverändert. Kohlenhydrate, Eiweiße und andere Bestandteile liegen in ihrer natürlichen Form vor und müssen vollständig durch die menschliche Verdauung aufgeschlossen werden.
Fermentierte Lebensmittel hingegen werden bereits vor dem Verzehr einer mikrobiellen Vorverarbeitung unterzogen. Im Verlauf dieses Prozesses unterliegen Struktur, Zusammensetzung und Eigenschaften des Lebensmittels Veränderungen. Bestimmte Bestandteile werden abgebaut, andere umgewandelt oder neu gebildet. Dies kann zu veränderten sensorischen Eigenschaften wie Geschmack, Säuregehalt und Textur führen und die Verwertung der Nahrung beeinflussen.
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Merkmal |
Fermentierte Lebensmittel |
Nicht fermentierte Lebensmittel |
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Verarbeitungsprozess |
Biologische Umwandlung durch Mikroorganismen |
Keine mikrobielle Umwandlung |
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Struktur der Inhaltsstoffe |
Teilweise voraufgeschlossen |
Weitgehend unverändert |
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Sensorik |
Säuerlich, aromatisch, komplex |
Natürlicher Eigengeschmack |
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Haltbarkeit |
Häufig verlängert |
Abhängig von Frische und Lagerung |
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Mikrobielle Aktivität |
Teilweise aktiv oder inaktiv vorhanden |
Keine gezielte mikrobielle Aktivität |
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Ernährungsphysiologische Einordnung |
Vorverarbeitetes Lebensmittel |
Ursprüngliches Lebensmittel |
Diese Gegenüberstellung verdeutlicht, dass fermentierte und nicht fermentierte Lebensmittel sich vor allem im Verarbeitungsweg und in ihren Eigenschaften unterscheiden, nicht jedoch grundsätzlich in ihrem Stellenwert innerhalb einer ausgewogenen Ernährung. Eine sachliche Einordnung ist in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Fermentierte Lebensmittel sind nicht per se als "besser" oder "gesünder" einzustufen. Vielmehr unterscheiden sie sich funktionell von nicht fermentierten Produkten durch den zuvor durchgeführten mikrobiellen Prozess.
Wie fermentierte Lebensmittel auf das Darmmikrobiom wirken
Fermentierte Lebensmittel können auf unterschiedliche Weise mit dem Darmmikrobiom interagieren, wobei die Effekte nicht immer vorhersehbar sind. Aus ernährungsphysiologischer Sicht beeinflussen sie vor allem das mikrobielle Milieu im Darm und dessen Aktivität, nicht jedoch im Sinne einer direkten oder garantierten Veränderung der Darmflora.

Ein zentraler Aspekt ist, dass fermentierte Lebensmittel mikrobielle Stoffwechselprodukte enthalten, die bereits während der Fermentation entstanden sind. Diese Stoffe gelangen in den Darm und können dort als Signale oder Substrate für bestehende Darmbakterien dienen. Fermentierte Lebensmittel fördern also die funktionelle Aktivität des vorhandenen Mikrobioms, anstatt dessen vollständige Neubildung zu bewirken. Darüber hinaus können fermentierte Lebensmittel die mikrobielle Vielfalt indirekt beeinflussen, indem sie das Darmmilieu verändern. Aufgrund ihres spezifischen Säuregehalts und ihrer Zusammensetzung fördern sie die Bedingungen, unter denen bestimmte Mikroorganismen gefördert oder gehemmt werden. Die Effekte, die auftreten, sind jedoch individuell verschieden und hängen stark von der Ausgangszusammensetzung des Mikrobioms ab. Es ist von entscheidender Bedeutung, eine klare Abgrenzung zu schaffen: Fermentierte Lebensmittel sind kein Ersatz für eine gezielte medizinische Therapie und sollten nicht als Medikamente eingesetzt werden. Ihre Wirkung auf das Darmmikrobiom ist modulierend, nicht steuernd oder deterministisch. Untersuchungen belegen, dass die Effekte von fermentierter Ernährung sehr individuell ausfallen.

Zusammengefasst beeinflussen fermentierte Lebensmittel das Darmmikrobiom, indem sie dessen Aktivität, Umweltbedingungen und Stoffwechselprozesse unterstützen oder verändern. Sie sind Teil eines ernährungsbedingten Gesamtkonzepts und entfalten ihre Wirkung nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit der übrigen Ernährung und dem individuellen Darmmilieu.
Probiotische und präbiotische Effekte fermentierter Nahrung
Fermentierte Lebensmittel können probiotische und präbiotische Effekte aufweisen. Dabei ist zu beachten, dass diese beiden Effekte klar voneinander zu unterscheiden sind. Aus ernährungsphysiologischer Sicht beschreiben sie unterschiedliche Wirkprinzipien, die sich ergänzen können, aber nicht zwangsläufig gemeinsam auftreten.
Ein probiotischer Effekt tritt ein, wenn fermentierte Lebensmittel lebende Mikroorganismen enthalten, die den Darm in aktiver Form erreichen. Diese Mikroorganismen können vorübergehend mit der bestehenden Darmflora interagieren. Bei der sachlichen Einordnung ist zu berücksichtigen, dass nicht jedes fermentierte Lebensmittel automatisch lebende Kulturen enthält. Selbst bei vorhandenen Mikroorganismen ist deren Überleben im Verdauungstrakt individuell unterschiedlich. Der präbiotische Effekt beschreibt die Wirkung bestimmter Nahrungsbestandteile, die als Nahrungsgrundlage für bereits vorhandene Darmbakterien dienen. Fermentierte Lebensmittel können präbiotisch wirken, da während des Fermentationsprozesses komplexe Strukturen abgebaut werden, die zu besser verwertbaren Substraten führen. Diese können von der bestehenden Darmflora genutzt werden, ohne dass neue Mikroorganismen zugeführt werden müssen.
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Begriff |
Bedeutung |
Einordnung bei fermentierten Lebensmitteln |
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Probiotischer Effekt |
Wirkung lebender Mikroorganismen, die den Darm erreichen |
Möglich, wenn lebende Kulturen enthalten sind; nicht bei allen fermentierten Lebensmitteln gegeben |
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Präbiotischer Effekt |
Förderung bestehender Darmbakterien durch verwertbare Nahrungsbestandteile |
Häufig indirekt vorhanden durch veränderte Substratstruktur |
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Abhängigkeit vom Individuum |
Wirkung variiert je nach Darmflora |
Reaktionen auf fermentierte Nahrung sind individuell unterschiedlich |
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Dauer der Wirkung |
Meist vorübergehend |
Keine dauerhafte Veränderung der Darmflora garantiert |
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Ernährungsphysiologische Rolle |
Unterstützung des Darmmilieus |
Bestandteil einer ausgewogenen, darmfreundlichen Ernährung |
Es ist von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, dass fermentierte Lebensmittel nicht automatisch als Probiotika einzustufen sind. Ihre ernährungsphysiologische Bedeutung liegt vielmehr darin, dass sie das funktionelle Umfeld im Darm beeinflussen können. Probiotische Effekte sind möglich, aber nicht garantiert. Präbiotische Effekte sind häufig indirekt und abhängig von der individuellen Zusammensetzung des Darmmikrobioms.
Zusammengefasst können fermentierte Lebensmittel sowohl probiotische als auch präbiotische Eigenschaften besitzen. Entscheidend ist jedoch, dass ihre Wirkung unterstützend und modulierend zu verstehen ist. Sie ersetzen keine gezielte medizinische Intervention, können aber im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung zur funktionellen Stabilität des Darmmikrobioms beitragen.
Fermentation und Verdauung: bessere Nährstoffverfügbarkeit
Fermentation kann die Verdauung und Nährstoffverfügbarkeit von Lebensmitteln positiv beeinflussen, da sie bereits vor dem Verzehr zu einer mikrobiellen Vorverarbeitung der Nahrung führt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht bedeutet dies, dass bestimmte Bestandteile des Lebensmittels für den menschlichen Körper leichter zugänglich werden.
Während des Fermentationsprozesses kommt es zum Abbau komplexer Strukturen durch Mikroorganismen. Zu den Inhaltsstoffen zählen unter anderem schwer verdauliche Kohlenhydrate sowie pflanzliche Zellbestandteile. Durch diesen Prozess wird die Verdauungsarbeit des Darms entlastet, da bestimmte Nährstoffe nicht mehr vollständig selbst aufgeschlossen werden müssen. Ein weiterer Effekt der Fermentation ist die Reduktion hemmender Substanzen. In pflanzlichen Lebensmitteln können natürliche Stoffe enthalten sein, die die Aufnahme von Mineralstoffen beeinträchtigen können. Durch fermentative Prozesse können diese Substanzen teilweise abgebaut werden, wodurch Mineralstoffe besser verfügbar werden. Darüber hinaus entstehen während der Fermentation biologisch aktive Stoffwechselprodukte, die die Nährstoffverwertung im Darm unterstützen können. Diese Veränderungen betreffen nicht die Menge der enthaltenen Nährstoffe, sondern deren physiologische Zugänglichkeit für den Körper.
Eine sachliche Einordnung ist auch in diesem Fall von entscheidender Bedeutung.
Fermentation führt nicht automatisch zu einer höheren Nährstoffdichte der Lebensmittel. Allerdings kann sie dazu beitragen, dass vorhandene Nährstoffe effizienter genutzt werden. Der Effekt ist abhängig vom Ausgangsprodukt, vom Fermentationsprozess und von der individuellen Verdauungssituation.
Zusammengefasst hat die Fermentation einen positiven Einfluss auf die Verdauung und die Nährstoffverfügbarkeit. Dies ist auf die Veränderung der Lebensmittelstruktur und die bessere Zugänglichkeit der Inhaltsstoffe für den menschlichen Körper zurückzuführen.
Einfluss fermentierter Lebensmittel auf Entzündungen im Darm
Fermentierte Lebensmittel können den Entzündungsstatus im Darm indirekt beeinflussen, indem sie auf das mikrobielle Milieu und die Funktion der Darmschleimhaut einwirken. Es geht nicht um eine gezielte Behandlung von Entzündungen, sondern um die Modulation von Rahmenbedingungen, die für ein reizarmes Darmumfeld von Bedeutung sind.
Ein zentraler Mechanismus liegt in den Stoffwechselprodukten, die während der Fermentation entstehen. Diese gelangen mit der Nahrung in den Darm und können dort auf Immunzellen und Schleimhautzellen einwirken. Ein ausgewogenes mikrobielles Umfeld unterstützt regulierende Prozesse, die eine übermäßige Aktivierung des Immunsystems im Darm vermeiden helfen. Darüber hinaus tragen fermentierte Lebensmittel dazu bei, das ökologische Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren. Ein vielfältiges und funktionell aktives Mikrobiom steht in Zusammenhang mit einer kontrollierten Immunantwort. Eine Störung dieses Gleichgewichts kann zu einer verstärkten Reiz- oder Entzündungsbereitschaft der Darmschleimhaut führen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, eine klare Abgrenzung zu schaffen:
Fermentierte Lebensmittel entfalten keine im medizinischen Sinne entzündungshemmende Wirkung und können eine ärztliche Behandlung bei entzündlichen Darmerkrankungen nicht ersetzen. Ihr Einfluss ist unterstützend und präventiv zu verstehen und hängt stark von individuellen Faktoren wie Ausgangszustand der Darmflora, Ernährung insgesamt und Lebensstil ab.
Zusammenfassend können fermentierte Lebensmittel dazu beitragen, ein entzündungsarmes Darmmilieu zu fördern, indem sie die mikrobielle Balance unterstützen und die Interaktion zwischen Darmflora und Immunsystem positiv beeinflussen. Ihre Wirkung entfaltet sich dabei stets im Rahmen einer insgesamt ausgewogenen Ernährung.
Fermentierte Ernährung bei empfindlichem Darm
Eine fermentierte Ernährung kann für Menschen mit empfindlichem Darm vorteilhaft, aber auch herausfordernd sein. Entscheidend ist dabei nicht die Fermentation an sich, sondern die individuelle Verträglichkeit der jeweiligen Lebensmittel und die Zusammensetzung der Darmflora.
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Aspekt |
Bedeutung bei empfindlichem Darm |
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Vorverarbeitung der Nahrung |
Kann die Verdauung erleichtern |
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Säuregehalt |
Kann individuell als reizend empfunden werden |
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Portionsgröße |
Kleine Mengen meist besser verträglich |
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Individuelle Reaktion |
Stark unterschiedlich von Person zu Person |
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Integration in die Ernährung |
Langsam und schrittweise empfohlen |
Fermentierte Lebensmittel enthalten bereits vorverarbeitete Bestandteile, was die Verdauungsarbeit erleichtern kann. Gleichzeitig können sie Säuren oder biogene Stoffe enthalten, auf die empfindliche Personen sensibel reagieren. Aus diesem Grund ist bei einer empfindlichen Darmfunktion eine individuelle und schrittweise Vorgehensweise von entscheidender Bedeutung. Es ist empfehlenswert, dass Betroffene fermentierte Lebensmittel in geringen Mengen und gut verteilt in den Alltag integrieren. Dadurch kann sich der Darm schrittweise an neue Reize anpassen. Die sorgfältige Auswahl der Produkte ist von entscheidender Bedeutung. Mild fermentierte Lebensmittel werden in der Regel besser vertragen als stark fermentierte Varianten.
Eine sachliche Einordnung ist in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Eine fermentierte Ernährung stellt keinen universellen Lösungsansatz für empfindliche Darmbeschwerden dar. Es ist empfehlenswert, sie stets im Kontext der gesamten Ernährung zu betrachten und an die persönliche Verträglichkeit anzupassen.
Bedeutung fermentierter Produkte für die Enddarmgesundheit
Fermentierte Produkte können einen positiven Einfluss auf die Enddarmgesundheit haben, da sie sich indirekt auf die Qualität des Stuhls, das Darmmilieu und die Schleimhautintegrität auswirken. Dabei ist entscheidend, dass ihre Bedeutung funktionell und nicht therapeutisch zu verstehen ist. Fermentierte Lebensmittel sind nicht zur Behandlung von Enddarmerkrankungen vorgesehen, können jedoch die Rahmenbedingungen beeinflussen, die für den sensiblen Enddarmbereich von Bedeutung sind.
Ein zentraler Zusammenhang besteht über die Stuhlregulation. Fermentierte Produkte können in Kombination mit einer ballaststoffreichen Ernährung zu einer gleichmäßigeren Stuhlkonsistenz beitragen. Ein weicher, gut geformter Stuhl reduziert mechanische Belastungen beim Stuhlgang und entlastet dadurch den Enddarm. Dies ist insbesondere im Hinblick auf empfindliche Schleimhäute oder bestehende Reizzustände von Bedeutung.
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Medizinische Indikation |
Zusammenhang mit Enddarmgesundheit |
Rolle fermentierter Ernährung (begleitend) |
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Hämorrhoidalleiden (Grad I–II) |
Erhöhte Druckbelastung, Schleimhautreizung |
Unterstützung der Stuhlregulation zur Reduktion von Pressen |
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Entzündliche Reizung der Enddarmschleimhaut |
Beitrag zu einem stabilen, reizarmen Darmmilieu |
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Schmerzbedingte Stuhlverhaltung, harter Stuhl |
Begleitende Förderung weicher Stuhlkonsistenz |
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Analkanalreizungen / Proktalgie (funktionell) |
Überempfindlichkeit der Schleimhaut |
Indirekte Entlastung durch geregelte Verdauung |
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Druck- und Spannungsgefühl im Enddarmbereich |
Unterstützung einer gleichmäßigen Darmentleerung |
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Afterbrennen / Afterjucken (funktionell) |
Reizungen durch Stuhl, Feuchtigkeit, Schleimhautstress |
Stabilisierung des Darmmilieus über Ernährung |
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Marisken (symptomatisch) |
Mechanische Reizung beim Stuhlgang |
Reduktion mechanischer Belastung durch Stuhlqualität |
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Chronische Obstipation mit Enddarmbelastung |
Dauerhafte Druck- und Pressbelastung |
Zentrale ernährungsphysiologische Begleitmaßnahme |
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Reizdarm mit proktologischer Symptomatik |
Funktionelle Beschwerden im Enddarm |
Individuell angepasste, vorsichtige Integration |
Des Weiteren haben fermentierte Lebensmittel einen Einfluss auf das mikrobielle Milieu des Darms, das sich bis in den Enddarm auswirkt. Ein ausgeglichenes Darmmilieu kann dazu beitragen, die Schleimhautbarriere zu unterstützen und lokale Reizungen zu verringern. Auch das immunologische Gleichgewicht im Enddarm profitiert von stabilen mikrobiellen Rahmenbedingungen.

Fermentierte Produkte können im Rahmen einer darmfreundlichen Ernährung einen unterstützenden Beitrag zur Enddarmgesundheit leisten, indem sie indirekt auf Stuhlqualität, Darmmilieu und Schleimhautintegrität einwirken. Eine gleichmäßige, gut verträgliche Stuhlkonsistenz reduziert mechanische Belastungen beim Stuhlgang und entlastet dadurch den sensiblen Enddarmbereich. Ergänzend zu ernährungsphysiologischen Maßnahmen kann bei bestehenden enddarmbezogenen Beschwerden eine lokale, konventionelle Therapie sinnvoll sein. In diesem Kontext werden CANNEFF® SUP Zäpfchen mit CBD und Hyaluronsäure eingesetzt, um die Schleimhaut im Enddarm gezielt zu befeuchten, zu schützen und zu regenerieren. Die Kombination aus einer angepassten Ernährung mit fermentierten Lebensmitteln und einer lokal wirksamen Schleimhautpflege verfolgt dabei einen ganzheitlichen, aber medizinisch klar abgegrenzten Ansatz, bei dem Ernährung und Medizinprodukt unterschiedliche, sich ergänzende Rollen einnehmen.
Für eine sachkundige Einschätzung ist eine klare medizinische Einordnung unerlässlich: Fermentierte Produkte stellen keine Behandlungsmethode für Enddarmerkrankungen wie Hämorrhoiden oder Analfissuren dar. Ihre Bedeutung liegt ausschließlich in der unterstützenden Begleitung einer darmfreundlichen Ernährung, die den Enddarm funktionell entlasten kann.
Fermentation als Bestandteil einer darmfreundlichen Ernährung
Fermentation ist ein wichtiger Bestandteil einer darmfreundlichen Ernährung. Sie kann das Darmmilieu ergänzend unterstützen. Aufgrund ihrer mikrobiell vorverarbeiteten Strukturen lassen sie sich gut in eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung integrieren. Dabei wirken sie nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen ernährungsphysiologischen Faktoren. Entscheidend ist eine individuelle, maßvolle Auswahl, die die persönliche Verträglichkeit berücksichtigt.
Integration fermentierter Produkte in den Alltag
Fermentation ist ein wichtiger Bestandteil einer darmfreundlichen Ernährung. Sie kann das Darmmilieu ergänzend unterstützen. Aufgrund ihrer mikrobiell vorverarbeiteten Strukturen lassen sie sich gut in eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung integrieren. Dabei wirken sie nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen ernährungsphysiologischen Faktoren. Entscheidend ist eine individuelle, maßvolle Auswahl, die die persönliche Verträglichkeit berücksichtigt.
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Art fermentierter Lebensmittel |
Beispiele |
Typische Einbindung im Alltag |
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Fermentierte Früchte |
Fermentierte Beeren , Zitrusfrüchte (z.B. Limette, Orange, Pomelo), Trockenfrüchte (z.B. Feige) |
Kleine Portionen als Ergänzung zu Frühstück oder Zwischenmahlzeiten |
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Fermentierte Wurzeln und Knollen |
Beilage zu Hauptmahlzeiten oder als milde Zugabe zu Speisen |
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Fermentiertes Gemüse |
Sauerkraut, Kimchi, fermentierter Knoblauch, fermentierte Gurken |
Klassische Beilage zu warmen Gerichten in moderater Menge |
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Fermentierte Hülsenfrüchte |
Tempeh, Miso |
Proteinquelle in Hauptgerichten |
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Fermentierte Getränke |
Kombucha, Wasserkefir, Sirup, Kräuteressenzen |
In kleinen Mengen, vorzugsweise zu den Mahlzeiten, pur oder aufgelöst |
Quellen
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Quellenverzeichnis anzeigen